KommentarStiftung gegen Kinderarmut Kinder brauchen Chancengleichheit

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Kinderarmut in einem reichen Land ist ein Skandal. Die Stiftung von Caritas und katholischem Dekanat im Rems-Murr-Kreis kann Abhilfe schaffen. Doch zur Überwindung von Armut sind alle gefordert.

Kinder, deren Eltern von Sozialleistungen leben, sind benachteiligt Foto: dpa/Archiv
Kinder, deren Eltern von Sozialleistungen leben, sind benachteiligt Foto: dpa/Archiv

Waiblingen - Kinder können nichts dafür, wenn ihre Eltern arm sind – und doch sind sie diejenigen, die am stärksten unter einem geringen Haushaltseinkommen leiden: kein Sportverein, keine Geburtstagsfeier, keine Nachhilfe. Das hat dramatische Folgen: Betroffene Kinder sind oftmals weniger gut in der Schule, befinden sich in einer schlechteren gesundheitlichen Verfassung und können kaum an den Unternehmungen Gleichaltriger teilnehmen, weil das Geld dafür schlicht nicht reicht. Chancengleichheit? Fehlanzeige! Das ist ein Skandal, erst recht in einer wirtschaftsstarken, wohlhabenden Region.

Jeder hat ein Recht auf Würde

Insofern ist es höchste Zeit, dass sich verschiedene gesellschaftliche Akteure dieses Problems annehmen und sich dafür einsetzen, dass alle Kinder im Rems-Murr-Kreis die gleichen Chancen haben – ganz egal, aus welchem Elternhaus sie stammen. Der neuen Kinderstiftung der Caritas und des katholischen Dekanats ist zu wünschen, dass möglichst viele Vereine, Unternehmen und Initiativen bereit sind, einen finanziellen oder praktischen Beitrag zu leisten. Es ist zudem wichtig, in der Bevölkerung für das Thema Kinderarmut zu sensibilisieren. Denn viele betroffene Familien versuchen aus Scham, ihre Not zu verstecken, weil sie wissen, dass die Gesellschaft ihnen selten mit Verständnis, dafür umso häufiger mit Vorurteilen begegnet. Dabei hat jeder Mensch ein Recht darauf, mit Würde behandelt zu werden – erst recht ein Kind, das nichts für seine Lage kann.




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