Stiftung Kinderland Ein Hochglanzprojekt mit sozialem Anspruch

Der Start vor zehn Jahren  – Ministerpräsident Oettinger feiert mit   Peter Maffay und   Kindern die Gründung der Stiftung. Foto: dpa
Der Start vor zehn Jahren – Ministerpräsident Oettinger feiert mit Peter Maffay und Kindern die Gründung der Stiftung. Foto: dpa

Nur ein Vorzeigeprojekt? Nach zehn Jahren sind die Kritiker der Stiftung Kinderland verstummt. Mehr als 20 Millionen Euro sind in Projekte geflossen, die Kinder und Familien stärken sollen.

Landespolitik: Renate Allgöwer (ral)
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Stuttgart - Der Anfang war bombastisch. Mit einem Kinderfest in der Villa Reitzenstein gab der damalige Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) 2005 den Startschuss für die Stiftung Kinderland. Mehr als tausend Kinder bildeten die muntere Kulisse für die Unterzeichnung der Gründungsurkunde der Stiftung Kinderland, die nach wie vor „einmalig in Europa“ ist, wie Christoph Dahl, der Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung, sagt. Das Projekt, das 2015 sein zehnjähriges Bestehen feiern kann, dient dem Ausbau kinder- und famlienfreundlicher Strukturen in Baden-Württemberg und ist eine Unterstiftung der Baden-Württemberg Stiftung.

„Ein Hochglanzprojekt ohne familienpolitisches Gesamtkonzept“, kritisierten vor allem die damals oppositionellen Grünen. Genährt wurde der Verdacht noch durch einen aufwendigen Kongress oder durch diverse Galaveranstaltungen zur Sponsorengewinnung.

Potenzielle Stifter blieben allerdings zurückhaltend. Begonnen mit einem Stiftungskapital von 50 Millionen Euro verfügt das Kinderland inzwischen mehr als 51,3 Millionen Euro. Der Initiator Oettinger hatte zu Beginn eine Verdoppelung des Stiftungskapitals für möglich gehalten.

Mehr als 20 Millionen Euro fließen in die Projekte

Seit 2005 hat die Stiftung nach eigenen Angaben innovative, gemeinnützige Programme und Modellprojekte mit 21,2 Millionen Euro bewilligt. Von Anfang an gefördert wurden pädagogische Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche während der Ferien. Sie dienten stets auch dem Zweck, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern, doch die pädagogischen Inhalte umfassten ein breites Spektrum. Sie reichten vom sozialen Engagement für benachteiligte Menschen, bis zu Inklusion und Demokratie. Das sind zwei Oberbegriffe, die die Angebote in der dritten Auflage des Programms dominieren. Der dritte Durchgang hat Anfang 2014 mit 33 neuen Projekten begonnen. In den beiden ersten Auflagen waren insgesamt 79 Modelle gefördert worden.

Anschubfinanzierungen gibt es auch für Gärten für Kindertagesstätten. Seit 2009 haben sich 430 Einrichtungen im Land am Programm „Gartenland in Kinderhand“ beteiligt. Ein Vorzeigeprojekt ist die 2010 gegründete Kulturakademie der Stiftung Kinderland, die auf eine Idee von der früheren Kultusministerin Marianne Schultz-Hector (CDU) zurückgeht. Schüler der Klassen sechs bis acht werden in den Bereichen Bildende Kunst, Literatur, Musik aber auch in den Mint-Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik gefördert. Schulen können maximal zwei Schüler pro Jahrgang nominieren. Gegenwärtig läuft noch die Bewerbungsfrist für den sechsten Jahrgang, sie endet am 6. März. Die 20 ausgewählten Schüler werden in den Faschings- und in den Sommerferien zu Kreativwochen eingeladen. Kooperationspartner sind die Akademie Schloss Rotenfels für die bildende Kunst, das Deutsche Literaturarchiv Marbach, die Landesakademie für die musizierende Jugend in Ochsenhausen und der Förderverein Science und Technologie in Rust. Der fünfte Jahrgang feiert am 21. Februar seine Abschlussveranstaltung im Haus der Wirtschaft. Die Kulturakademie gehöre zu den bundesweiten Preisträgern im Wettbewerb „Ideen für die Bildungsrepublik“, vermeldet die Baden-Württemberg Stiftung.

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