Stiftung Warentest Hotelportale sind Servicewüsten

Von Christine Pander 

Hotels lassen sich im Netz einfach und relativ sicher buchen. Auch die Bewertungen der Nutzer sind eine gute Orientierung. Beratung sucht man aber vergebens.

Andere Nutzer haben das Hotel gut bewertet. Darf man dem Urteil trauen? Foto: StZ
Andere Nutzer haben das Hotel gut bewertet. Darf man dem Urteil trauen? Foto: StZ

Stuttgart - Meerblick, Sonnengarantie und kulinarische Genüsse: diese paradiesischen Verheißungen liegen virtuellen Urlaubsanbietern zufolge nur einen Mausklick entfernt. Die Reise- und Hotelportale im Netz haben zwei entscheidende Vorteile: Urlaubssehnsüchte werden hier rund um die Uhr bedient. Außerdem sind die Anbieter unschlagbar günstig: Online-Portale können die Hotels zu günsti­geren Konditionen offerieren, da sie Kontingente im großen Stil reservieren. Nach ­Angaben der Stiftung Warentest schließt heute jeder Fünfte, der ein Hotel sucht, die Buchung deshalb lieber im Netz ab.

Nicht immer entpuppt sich das Schnäppchen aber als Volltreffer: Das versprochene Hotelzimmer mit Meerblick ist dann eben doch nicht mehr zum Wunschdatum frei, während des Buchungsvorgangs wird es plötzlich teurer, oder es kommen unerwartete Extras mit Aufpreis dazu, die der Kunde gar nicht buchen möchte. Pünktlich zur bevorstehenden Ausflugs- und Urlaubszeit hat die Stiftung Warentest sich nun sieben Hotelbuchungs- und fünf Hotelvermittlungsportale vorgenommen und überprüft. Wie verlässlich sind Hotelbuchungen und Bewertungen im Internet? Das waren die zentralen Frage im aktuellen Test.

Plattformen können ohne Bewertungen nicht leben

Mit einem Marktanteil von mehr als 50 Prozent ist das Kölner Unternehmen HRS (Hotel Reservation Service) zusammen mit seiner Tochter hotel.de die unangefochtene Nummer eins unter den Online-Hotelvermittlern in Deutschland. Booking.com folgt mit einem Marktanteil von gut einem Viertel. Beide Anbieter wurden deshalb in die Stichprobe aufgenommen. „Die großen Anbieter schneiden bei unserer Untersuchung am besten ab“, sagt Testredakteur Lothar Beckmann. Booking.com und HRS sind bei den Buchungsportalen als einzige „gut“. Holidaycheck, das wohl bekannteste Bewertungsportal, geht im Test als bester Hotelvermittler hervor.

Leben könnten die Plattform allerdings kaum ohne die positiven Kommentare von ehemaligen Urlaubern. Inzwischen verfügen alle größeren Hotelportale deshalb über ihr eigenes Bewertungssystem. Jeder kann im Netz zum Hoteltester werden und vor knarzigen Betten, schimmligen Duschen oder unfreundlichem Personal warnen. Die Frage aber ist: Kann man sich auf diese Aussagen verlassen?

Um das herauszufinden, haben die Tester allen Anbietern fünf fingierte Hotelbewertungen geschickt und verfolgt, wie diese damit verfahren. In den allermeisten Fällen haben die Betreiber der großen Portale die Falschbewertungen schnell entlarvt. „Das kann man als ganz klare Verbesserung im Vergleich zu früheren Tests werten“, sagt Beckmann. Am besten hat Beckmann zufolge Holidaycheck dieses Fälscherproblem im Griff. Das Unternehmen beschäftige ein sogenanntes Qualitätsteam mit 60 Mitarbeitern, die ständig nach unerlaubten Eingriffen in ihr Bewertungsportal fahnden. „Wir haben dort fünf falsche Bewertungen abgegeben, vier hat Holidaycheck herausgefischt und uns als Absender auch schnell über das Löschen informiert“, sagt Beckmann.

Unsere Empfehlung für Sie