Stiftungen im Rems-Murr-Kreis Bürgerstiftung Waiblingen: Spender als Lebensretter

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Waiblingen - Bislang habe die Bürgerstiftung Waiblingen noch keinen Antrag ablehnen müssen, sagt deren Geschäftsführer Thomas Schaal. Allerdings hätten derzeit alle Stiftungen das gleiche Problem: „Aufgrund mangelnder Verzinsung fehlen Erträge.“ Bis zum Jahr 2013 seien die jährlichen Zinseinnahmen der im Jahr 2004 gegründeten Bürgerstiftung Waiblingen noch bei rund 4000 Euro gelegen. Doch nun laufen die Verträge aus – und die aktuellen Zinsen, sagt Schaal, bewegten sich bei 0,1 Prozent.

Für die Bürgerstiftung Waiblingen bedeutet das, „dass Zustiftungen nicht mehr im Vordergrund stehen“, so der Oberbürgermeister und Vorstandsvorsitzende Andreas Hesky: „Spenden sind das, was die Bürgerstiftung am Leben hält. Das läuft gerade ganz gut.“ Die Bandbreite reicht laut Thomas Schaal „vom einfachen Bürger bis zum Unternehmer“, von der Kleinspende bis zu „namhaften Beträgen“. Obwohl das Regierungspräsidium Stuttgart Stiftungen erlaube, ihr Geld auch in mit Risiko behaftete Anlagen zu investieren, habe die Bürgerstiftung Waiblingen das bisher nicht getan, sagt Schaal: „Wir setzen auf sichere Anlagen, also Festgelder bei örtlichen Banken.“

Der Stiftungsvorstand habe sich auch überlegt, Geld in eine Immobilie anzulegen, sagt Andreas Hesky. Allerdings sei fraglich, ob diese in 20 Jahren noch den gleichen Wert habe. Zudem dürfe man Instandhaltungskosten und eventuelle Mietausfälle nicht vergessen. Deshalb habe man sich gegen diese Möglichkeit entschieden. „Eine Wohnung zu kaufen, wäre das teuerste Wertpapier.“

Trotzdem kommt bei der Bürgerstiftung Waiblingen eine Immobilie ins Spiel. Denn die Stadt Waiblingen steckt die Mieterträge einer Wohnung, die sie geschenkt bekommen hat, in die Stiftung. Früher waren die Räume als Büro für Sozialarbeiter genutzt worden, werden für diesen Zweck aber nicht mehr benötigt. Der Netto-Erlös liege bei rund 4000 Euro, sagt Hesky: „Beim derzeitigen Zinssatz müssten wir vier Millionen Euro anlegen, um diesen Ertrag zu erzielen.“ Insofern, so Hesky, „würden wir uns freuen, wenn wir ein Haus geschenkt bekommen.“