Als Skirennläufer gehörte Willy Bogner in den 60er Jahren zu den besten des Landes, später machte er Filme und Mode, die das Skifahren als ästhetisches Erlebnis adelte. Nun feiert der gebürtige Münchner seinen 80. Geburtstag. Ein Stilcheck.

Leben: Tomo Pavlovic (pav)

Stuttgart - Wer sich sportlich betätigt, sieht selten vorteilhaft aus. Funktionale Kleidung absorbiert vielleicht Schweiß und hält die Muskeln warm, vor Lächerlichkeit schützt sie nicht. Beim Skifahren ist das Gegenteil der Fall. Es soll Leute geben, die am liebsten den ganzen Winter in einer coolen Skijacke vor dem Schlepplift posieren würden, nur weil sie in dem Teil so heiß ausschauen. Schuld ist Willy Bogner, der dieser Tage (am 23. Januar) seinen 80. Geburtstag feiert.

Italienisch lässig

Der Münchner Skipionier, Sportfilmer und Superstyler kapierte schon früh, dass Skifahren mehr ist als Rauf und Runter plus Jagertee. Atmungsaktivität ist wichtig, aber der Look des Overalls ist es eben auch. Bogner hat die Schneelandschaft immer nur als Hintergrund für aparte Steghosen und taillierte Anoraks betrachtet.

Er holte den Schick von Cortina d’Ampezzo und St. Moritz auf die süddeutschen Hausberge. Das ist ihm hoch anzurechnen. Der Modeunternehmer selbst gibt sich jenseits der Piste seriös, italienisch lässig, ein Mann, dem Mode auch privat Spaß macht. Eine Ausnahmeerscheinung. Gratulation.