Stilles Gedenken in Stuttgart Kerzenmeer auf dem Marienplatz
Ein Abend der Betroffenheit und der Sprachlosigkeit: Mehrere Hundert Menschen entzündeten auf dem Marienplatz Teelichter für die zivilen Opfer des Nahostkriegs.
Ein Abend der Betroffenheit und der Sprachlosigkeit: Mehrere Hundert Menschen entzündeten auf dem Marienplatz Teelichter für die zivilen Opfer des Nahostkriegs.
Ein Zeichen der Betroffenheit angesichts der vielen zivilen Opfer in Israel und im Gazastreifen haben am Sonntagabend mehrere Hundert Menschen im Rahmen einer „Mahnwache“ auf dem Marienplatz gesetzt. Entzündet wurden dort 4500 Teelichter – „für jedes zivile Todesopfer eines“, wie es in der Einladung zu der Kundgebung hieß, die ausdrücklich als „stilles Gedenken“ angesetzt war.
Die Veranstalter Daniel Samy El Menshawi und José Alex Ikeng, zwei Privatpersonen aus Stuttgart, hatten ausdrücklich darum gebeten, auf politische Statements und Fahnen zu verzichten. Im Gespräch erklärten sie, mit dieser Aktion wollten sie auf das „Versagen der Politik“ insgesamt aufmerksam machen. Ihnen gehe es nicht darum, die Schuldfrage zu stellen, sondern der Getöteten zu gedenken und Menschen in Stuttgart Gelegenheit zu geben, ihre Betroffenheit darüber auszudrücken „ohne sich auf eine Seite zu stellen.“ Gedacht werde auch der Toten der anderen Kriege, die derzeit tobten.
In der Abenddämmerung gegen 18.30 Uhr waren die 4500 Kerzen, die ein geometrisches Muster auf dem Marienplatzes bildeten, entzündet. In der Mitte flackerte ein rotes Licht, das an ein Grablicht erinnerte. Die Teilnehmer ließen sich schweigend rund um das Kerzenmeer nieder. Mit dabei: Serkan Eren und Ex-Torhüter Timo Hildebrandt vom Vorstand der Stuttgarter Hilfsorganisation Stelp, die die Aktion unterstützte.
Unterbrochen wurde dieser Abend Sprachlosigkeit von der Stimme der Sopranistin Emilie Kealanider, die derzeit als Gast an der Staatsoper Stuttgart weilt. Umgeben von Kerzen stimmte sie das „Ave Maria“ an.