Stillstand in Pforzheimer Straße Zahlungswirrwarr legt Großbaustelle in Höfingen lahm
Keine Bagger, keine Bauarbeiter, keine Fortschritte im Leonberger Teilort. Der Grund? Eine unbezahlte Rechnung löst Verwirrung aus – und Unmut bei den Anwohnern.
Keine Bagger, keine Bauarbeiter, keine Fortschritte im Leonberger Teilort. Der Grund? Eine unbezahlte Rechnung löst Verwirrung aus – und Unmut bei den Anwohnern.
Es ist ruhig geworden im Leonberger Teilort Höfingen. Kein Baulärm. Keine Arbeiter, die in der prallen, heißen Sonne fleißig schuften. Keine Laster, die sich durch die engen Straßen drängen. Aber auch keine Autos, die normalerweise in großer Zahl durch den Ort fahren. Aber nein, die Großbaustelle in der Pforzheimer Straße ist noch nicht zu Ende gebracht. Noch immer klaffen große Löcher im Kreuzungsbereich der Lachentorstraße. Rundum ist unverändert alles abgesperrt.
Der Grund für die momentane Stille: Die Mitarbeiter der ausführenden Firma Eurovia haben vorerst ihre Arbeit niedergelegt. Gerüchte, die Stadt habe Rechnungen nicht bezahlt, machen schnell im Dorf die Runde. Auch im Höfinger Ortschaftsrat wird die ruhende Baustelle thematisiert. Von dort hört man dann eine erste Erklärung. Eine Rechnung sei an verschiedene Stellen weitergereicht worden – nur nicht dorthin, wo sie eigentlich hingehöre. Im Rathaus gibt man sich derweil sehr bedeckt.
„Tatsächlich gab es in den vergangenen Tagen Verzögerungen im Bauablauf in Höfingen. Hintergrund ist, dass eine aktuell zur Zahlung anstehende Rechnung zwar bereits vergangene Woche angewiesen wurde, der entsprechende Betrag jedoch nach unserem Kenntnisstand noch nicht bei der Baufirma eingegangen ist“, sagt Leila Fendrich, die Pressesprecherin der Stadt Leonberg. „Das bauausführende Unternehmen hat signalisiert, die Arbeiten vorübergehend ruhen zu lassen, sollte die Zahlung nicht zeitnah erfolgen“, erläutert Fendrich.
Die Stadt stehe hierzu im engen Austausch mit der Firma, um eine schnelle Klärung herbeizuführen und die Fortsetzung der Arbeiten sicherzustellen. „Wir gehen derzeit davon aus, dass es sich um eine temporäre Verzögerung handelt, und wir arbeiten an einer Lösung“, sagt die Pressesprecherin.
Zugeknöpft gibt man sich auch bei der betreffenden ausführenden Baufirma Eurovia. Auf Anfrage unserer Zeitung teilt der Bauleiter lediglich mit: „Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass wir keinerlei Presseanfragen zur oben genannten Baumaßnahme beantworten.“ Man solle sich an das Tiefbauamt wenden.
Was passiert derzeit in Höfingen? Ein Abschnitt von etwa 300 Metern wurde – und wird - fast gänzlich neugestaltet. Dabei wird der Entwässerungskanal ausgetauscht, Wasser- und Stromleitungen werden verlegt. Ein neuer, lärmreduzierender Asphalt wird aufgetragen. Außerdem werden die Gehwege mit Pflastersteinen verschönert. Und an der Kreuzung Lachentorstraße sowie im Bereich der Sparkasse sollen Fußgänger künftig die Straße barrierefrei überqueren können.
Währenddessen haben im April dieses Jahres die Leonberger Gemeinderäte im Planungsausschuss die erwarteten Mehrkosten in Höhe von gut 300 000 Euro beschlossen. Die neue Auftragssumme liegt bei knapp 2,4 Millionen Euro. Sind die Kosten etwa noch einmal gestiegen? Diesem Gerücht widerspricht Leila Fendrich: „Nein, die Verzögerung hat nichts mit höheren Kosten zu tun. Die Nachträge hat der Gemeinderat bereits im April bewilligt.“
Die Höfinger sehnen derweil eine rasche Vollendung dieser Baustelle, die bereits mehr als ein Jahr dauert, herbei. Nicht immer reagieren die Menschen vor Ort mit Verständnis. Die Bürgerinitiative Verkehrsberuhigung Höfingen beispielsweise bezeichnete die Situation kurz nach Beginn der Arbeiten als „Zumutung“. Denn Ausweichverkehr zwängte sich durch das Wohngebiet an der Sonnenstraße und der Goldäckerstraße – und damit direkt entlang des Schulweges von Grundschulkindern. Auch der Elternbeirat und weitere Anwohner haben die Situation massiv kritisiert.