Stimmen im Netz zu Horst Seehofer „69 Abschiebungen zum 69. Geburtstag? Mir hätte eine nach Bayern schon gereicht“

Von len 

69. Abschiebungen am 69. Geburtstag – darüber freut sich Bundesinnenminister Horst Seehofer bei der Vorstellung seines Masterplans. Die Reaktionen im Netz zeigen: Damit steht er ziemlich alleine da.

Bei der Vorstellung seines Masterplans freut sich Horst Seehofer über 69 Abschiebungen zum 69. Geburtstag – und sorgt damit für ordentlich Zündstoff im Netz. Foto: AFP
Bei der Vorstellung seines Masterplans freut sich Horst Seehofer über 69 Abschiebungen zum 69. Geburtstag – und sorgt damit für ordentlich Zündstoff im Netz. Foto: AFP

Stuttgart - Am 10. Juli hat Innenminister Horst Seehofer den „Masterplan Integration“ vorgestellt. Seinen Masterplan, der des Bundesinnenministeriums, wie er zu betonen weiß. Denn: „Es ist kein Koalitionsplan, um das nochmal deutlich zu sagen“. Und wäre das nicht schlimm genug, freut sich der Bundesinnenminister über 69 Abschiebungen nach Afghanistan zu seinem 69. Geburtstag. Dass Seehofer hinzufügt, das sei von ihm nicht so bestellt gewesen, macht die Aussage nicht besser. Da ist sich auch das Netz einig.

Lesen Sie hier, ob der Masterplan von Horst Seehofer ein Produkt der Angst vor der AfD ist

SPD Bundestagsabgeordneter Karl Lauterbach twitter, diese Aussage sei selbst der CSU nicht würdig.

Niema Movassat, Bundestagsabgeordneter der Fraktion Die Linke, kommentiert, Seehofer hätte lieber den 69. Psalm lesen sollen.

Sven Giegold, Mitglied der Grünen im Europaparlament, bezeichnet Seehofer als Master des Zynismus. 69 Abschiebungen könnten nur in der CSU als Geburtstaggeschenk gesehen werden.

Silke Gebel, Vorsitzende der Grünen Fraktion Berlin, fragt sich, was im Kopf eines Menschen vorgeht, wenn er sich über 69 Abschiebungen freut.

Kai Gehring, Bundestagsabgeordneter der Grünen für Essen, bezeichnet es als armselig, stolz auf Inhumanität zu sein.

Kabarettist Florian Schroeder sagt im Zusammenhang mit Seehofers Aussage, dass ihm eine Abschiebung nach Bayern gereicht hätte.

Auch Judith Horchert, Ressortleiterin Netzwelt bei Spiegel Online, ist entrüstet. Wenn nicht mal das Konsequenzen für den Innenminister hätte, sei sie von nun an politikverdrossen.

Max Lucks, Sprecher der Grünen Jugend, spricht von leibgewordenem Faschismus am Kabinettstisch.

Wulf Gallert, Die Linke-Politiker und Vizepräsident des Landtags von Sachsen-Anhalt, rügt auch das Schweigen der Union zu Seehofers Bemerkung.

Auch Moderatorin und Redakteurin Hanna Zimmermann bezieht klar Position – gegen Seehofer.