Marco Wildersinn (Kickers-Trainer): „Wir haben eine ordentliche erste Halbzeit gespielt, in der wir das Spiel im Griff hatten – obwohl wir nach dem 1:0 schnell den Ausgleich bekommen haben. Nach der Pause haben wir nachgelassen. Wir waren nicht mehr mutig genug, haben nicht mehr so mutig vorwärts verteidigt. Dies war ein schleichender Prozess und der Gegner kam zu guten Chancen. Bei uns fehlte es in manchen Situationen an der Abstimmung im Kollektiv.
Wir haben jetzt aus vier Spielen acht Punkte auf dem Konto, obwohl wir uns oft selbst im Weg standen und in vielen Bereichen noch Luft nach oben haben. Das betrifft zum Beispiel die Präzision im letzten Drittel, das Konterspiel oder auch das Thema nach Ballverlusten schnell wieder den Zugriff zu bekommen.“
Marc Stein (Kickers-Sportdirektor): „Es ist nicht einfach dieses Spiel zu bewerten. Klar ist, dass wir es verpasst haben, das dritte Tor zu machen. Mit zunehmender Spieldauer fehlte uns die Sicherheit mit dem Ball, die Ballbesitzphasen wurden kürzer, wir haben die zweiten Bälle nicht bekommen. Auch die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen wurden zu groß. Im Prinzip haben wir uns das Leben selbst schwer gemacht. Auch wenn der FC Gießen durchaus Qualität hat und nach vier Spielen ja auch noch ungeschlagen ist. Der Punktgewinn für den Aufsteiger gegen uns geht auch absolut in Ordnung. Wir befinden uns immer noch in einem Lernprozess und wollen ständig besser werden. Mit acht Punkten können wir zufrieden sein, auch wenn mehr möglich gewesen wäre. Jetzt freuen wir uns auf unser nächstes Heimspiel gegen den starken FC-Astoria Walldorf.“
Felix Dornebusch (Kickers-Torwart): „Wenn man zweimal in Führung geht und das Spiel aus der Hand gibt, dann ist das bitter. Spielerisch war ich nicht unzufrieden, wir haben über weite Strecken ein gutes Spiel gemacht. Gegen Ende hatte ich das Gefühl, dass uns die Körner fehlen, bedingt auch durch die englische Woche und die 120 Pokalminuten in Gmünd. Wir befinden uns in einem Prozess mit komplett neuem Trainerteam, einer anderen Art Fußball zu spielen, dieser Prozess ist noch längst nicht abgeschlossen. Der FC Gießen ist keine blinde Truppe, die können auch Fußball spielen.“
Michael Fink (spielender Co-Trainer FC Gießen): „In der ersten Halbzeit hatten die Kickers mehr Spielanteile. Sie waren offensiv sehr flexibel, sehr quirlig. Da haben sie es mit Ball gut gemacht und auch gegen den Ball haben sie uns hoch attackiert und versucht, uns gar nicht ins Spiel kommen zu lassen. Bei uns war das Problem, dass wir vor der Pause nicht die Ruhe im Spielaufbau hatten und wir uns zu viele einfache Ballverluste leisteten. Nach dem Wechsel waren wir viel mutiger. Die Kickers haben uns nicht mehr hoch attackiert, uns eher den Ball überlassen und auf Umschaltspiel gehofft, was nicht so gut bei ihnen funktioniert hat, sie hatten keine Zugriff mehr auf den Ball. Ich denke, das Unentschieden geht in Ordnung, in der zweiten Halbzeit waren wir sogar einen Tick näher am 3:2. Die Kickers müssen schauen, dass sie ihr Spiel über 90 Minuten durchziehen und nicht wie bei uns nur 45 Minuten und danach das Spielen mehr oder weniger einstellen. Denn dafür haben sie einfach viel zu viel Qualität im Kader. Mit der Qualität, die dann auch von der Bank kam, musst du schauen, dass die Mannschaft ihr eigenes Spiel durchsetzt und vorantreibt – bis zum Schluss.“
Termine
Pflichtspiele
Stuttgarter Kickers – Eintracht Frankfurt II 2:1, FC Esslingen – Kickers (0:5/WFV-Pokal, 2. Runde), FC 08 Homburg – Kickers 1:1, Kickers – FC 08 Villingen 1:0, FC Normannia Gmünd – Kickers 1:3 n.V., FC Gießen – Kickers 2:2, Kickers – FC-Astoria Walldorf (24. August, 14 Uhr), 1. Göppinger SV – Kickers (30. August, 19 Uhr), Kickers – SGV Freiberg (3. September, 19 Uhr/WFV-Pokal-Achtelfinale), Kickers – TSV Steinbach Haiger (7. September, 14 Uhr), Kickers Offenbach – Kickers (13. September, 19 Uhr), Kickers – FSV Frankfurt (21. September, 14 Uhr), SGV Freiberg – Kickers (28. September, 14 Uhr). (jüf)