Nach dem 0:3 der Stuttgarter Kickers in der Regionalliga gegen den FSV Frankfurt haben sich die Beteiligten zur Partie geäußert. Wir fassen die Stimmen zum Spiel zusammen.
Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers hat am Samstag vor 4540 Zuschauern im Gazi-Stadion gegen den FSV Frankfurt mit 0:3 verloren. Wie ordnen die Spieler und Verantwortlichen das Geschehen ein? Die Stimmen zum Spiel im Überblick.
Marco Wildersinn(Kickers-Trainer): „Das Ergebnis war natürlich nicht so, wie wir es uns vorgestellt haben. Die erste Hälfte haben wir bis auf die Anfangsphase kontrolliert, hatten einige Offensivaktionen, wo man aber sicher noch mehr klare Chancen rausspielen kann, vielleicht auch muss. In dieser Phase müssen wir 1:0 in Führung gehen, dann sieht es vielleicht anders aus. In der zweiten Hälfte lassen uns einfache Ballverluste das Spiel aus der Hand gleiten. Das 0:1 nimmt uns den Wind aus den Segeln. Dann war Frankfurt extrem kalt, clever und effizient. Sie machen das 0:2, bei dem wir im Strafraum nicht präsent sind. Mit dem 0:3 ist das Spiel dann durch. Da darf man keinem Spieler böse sein, wenn er etwas den Mut verliert. Das Bemühen war immer da, aber am Ende fehlt die Überzeugung, die Power und die Energie, wenn du drei solche Nackenschläge bekommst. Das Ergebnis schmerzt, weil wir und viel vorgenommen haben und unsere Fans toll unterstützt haben. Das müssen wir jetzt erst mal verdauen. Wir wollen uns in den nächsten drei Ligaspielen Selbstvertrauen und eine gute Form für das Pokal-Halbfinale holen. Es ist nicht der Moment und nicht der Ort darüber zu sprechen (angesprochen auf seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag). Meine Aufgabe ist es, die Mannschaft aufzubauen.
Tim Görner (FSV-Trainer): „Wir haben ein sehr gutes Auswärtsspiel abgeliefert. Wir wussten was uns hier für eine Wucht erwartet, gerade in Kombination mit dem Stadion. Mitte der ersten Halbzeit gleitet uns das Spiel etwas aus den Händen, da konnten wir nicht mehr für viel Entlastung sorgen. Diese Phase haben wir auch mit Glück überstanden. In die zweite Halbzeit kommen wir sehr gut rein, mit viel Mut und Intensität. Hinten raus gewinnen wir dann auch in der Höhe zurecht. Das war souverän. Heute sollte der absolute Fokus auf der Mannschaft liegen, weil es ein richtig guter Auftritt war, mit vielen jungen Spielern, teilweise aus unserem NLZ. Dementsprechend möchte ich den Fokus auch nicht nur minimal auf mich richten (angesprochen auf seine sportliche Zukunft nach der Saison)
Nico Fundel (Kickers-Spieler): „Der FSV hat schon einige gute Zocker in seinem Team drin. Da haben wir nach der Pause nicht mehr so richtig den Zugriff bekommen. Frankfurt spielte es dann aber auch richtig gut, und wir waren in entscheidenden Situationen nicht auf der Höhe.“
Marlon Faß (Kickers-Stürmer): „In der ersten Halbzeit müssen wir einfach in Führung gehen. Da hatten wir einige gute Momente. Nach der Pause kassieren wir viel zu einfache Gegentore. Wir haben absolut den Willen, in der Liga noch etwas zu zeigen, aber bei einem 0:3-Endstand gehen einem die Argumente aus.“
Auch David Tomic tat sich schwer, das Kickers-Spiel anzukurbeln. Foto: Pressefoto Baumann
Felix Dornebusch (Kickers-Torwart): „Das Gegentor zum 0:1 nehme ich auf meine Kappe. Wir haben auch in der Liga weiter den Anspruch, jedes Spiel zu gewinnen. Wir sind Profisportler, und das ist unser Ehrgeiz.“
Per Lockl (Kickers-Spieler): „Das war vor der Pause ein Spiel auf Messers Schneide, in dem wir keine schlechte Partie ablieferten. Es sprach viel dafür, dass das Team, welches das erste Tor macht, das Spiel gewinnt. Aber die Gegentore fallen einfach auch zu billig. Unser Plan in der Liga ist weiter, möglichst zu Platz drei aufzuschließen. Es macht schon einen Unterschied, ob du Dritter, Vierter, Fünfter – oder am Ende nur Achter wirst. Auch wenn der Pokal der Wettbewerb ist, in dem wir noch was holen können, schenkt bei uns keiner die Liga ab.“
Emmanuel McDonald (FSV-Stürmer): „Wir haben trotz unserer Ausfälle ein super Spiel gemacht. Wir haben genau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Fairerhalber muss man sagen, wenn die Kickers ihre Riesenchance vor der Pause reinmachen, wird das wahrscheinlich ein komplett anderes Spiel.“