Bei der Schlagerfete am Samstag im voll besetzten Biergarten in der Waiblinger Talaue haben Tanja und Ines, Steffen Sturm und Anuschka Miccolli die Fans glücklich gemacht.
Eingängige Melodien und einfache Harmonien, die sich perfekt für Disco-Fox und zum Mitklatschen eignen, und Texte voller Gefühle wie Liebe, Sehnsucht und Lebensfreude: Etwa ein Fünftel der Deutschen über 14 Jahre, so Statistiken, hören häufig oder zumindest ab und an gerne Schlager. Das Publikum bei der dritten Schlagerfete am Samstag in der Waiblinger Talaue gehört definitiv dazu.
Anuschka Miccoli, Steffen Sturm und das Duo Tanja und Ines, die alle aus der Region kommen und beim Winnender Label Herz7 von Hans Derer unter Vertrag sind und der den Abend auch moderierte, haben die Gäste im voll besetzten Biergarten bestens unterhalten. Die Fans haben gesungen, getanzt und sind nach zweieinhalb Stunden Schlagerspaß im Viervierteltakt glücklich nach Hause gegangen.
Tanja und Ines waren mit Gotthilf Fischer unterwegs
Im „La Nonna“ in der Waiblinger Talaue geht es familiär zu. Tanja und Ines, die gut zwei Jahrzehnte als Solosängerinnen mit Gotthilf Fischer und seinen legendären Chören unterwegs waren – und ihn auch bei seinem letzten Konzert im Dezember 2019 auf dem Stuttgarter Schlossplatz begleitet haben –, machten sich auf der Gästetoilette für ihren Auftritt fertig. „Wir haben uns schon in Abstellräumen, Tiefgaragen und Autos umgezogen und geschminkt“, sagte Tanja Danko-Böhler locker. „Aber wir kennen auch tolle Garderoben mit Catering“, sagte Ines Amanovic. Etwa bei den Auftritten in zahlreichen TV-Sendungen mit den Fischerchören, oder bei denen in Konzertsälen vor großem Publikum mit einem Sinfonieorchester und einem stimmgewaltigen Chor. „Das war ein unbeschreibliches Gefühl“, so Ines Amanovic.
Kennengelernt haben sich die ausgebildeten Sängerinnen, deren Hit „Zeit zu leben“ im Jahr 2023 vier Wochen lang auf Platz 1 der „SWR4-Hörer-Hitparade“ stand, schon bevor der „Herr der singenden Heerscharen“ auf sie aufmerksam wurde. Beide regierten vor ziemlich genau 25 Jahren zur selben Zeit als singende Faschingsprinzessinnen in unterschiedlichen Karnevalsgesellschaften. Bei einer gemeinsamen Prunksitzung im Beethovensaal der Stuttgarter Liederhalle traten sie zum ersten Mal gemeinsam auf – mit dem Abba-Hit „Waterloo“.
In Waiblingen hat das Duo, das sich in der Schlagerszene längst einen Namen gemacht hat, eigene Titel wie „Feuerwerk der Liebe“ und „Crazy und genial“ sowie Coversongs präsentiert. Die Mischung habe sich bewährt, erklären die beiden Frauen, die musikalisch aber auf vielen Beinen stehen. „Ich mag Musik, egal welches Genre, wenn sie mich berührt“, sagt Tanja Danko-Böhler. Gemeinsam feiern sie im Oktober das 20-Jahr-Jubiläum ihrer Konzertreihe „Movie meets Musical and more“ in der Kelter in Benningen am Neckar. „Da verwirklichen wir uns“, sagt Ines Amanovic mit einem Lächeln.
Steffen Sturm konzentriert sich ganz auf die Musik
Während „Tanja und Ines“ unter der Woche normalen Brotberufen nachgehen, konzentriert sich Steffen Sturm ganz auf die Musik. Der gelernte Bankkaufmann und studierte BWLer hat 2011 sein Leben umgekrempelt, lebt seitdem von seiner Leidenschaft. Er leitet eine Schlagzeugschule in Wolpertshausen, ist Drummer in einer Hardrock-Band und tritt als Schlagersänger auf. Dass er auf harte Rhythmen und Schlagermelodien steht, sei kein Widerspruch, sagt Sturm. Und schuld daran sei seine Mama, die ihm, als er noch ein Bub war, eine Kassette von Roland Kaiser geschenkt habe. „Seitdem liebe ich auch den Schlager.“
Die Texte für Songs wie „Achterbahn“, „Hör wieder auf dein Herz“ oder „Geh deinen Weg“, die Tim Peters, der Komponist von Helene Fischer produziert hat, schreibt der gebürtige Beilsteiner selbst. Und der Diplom-Schlagzeuger hat Erfolg damit. Über zwei Millionen Spotify-Plays, Dutzende TV-Sendungen, Chartplatzierungen und zwei Auftritte im Vorprogramm der Heimspiele von Andrea Berg in Großaspach stehen für ihn in diesem Jahr zu Buche.
Ein Selfie mit Andrea Berg
Auf der gleichen Bühne wie die Schlagerkönigin zu stehen, sei schon besonders gewesen, sagte Steffen Sturm. „Ich habe mich bei ihr persönlich für diese große Chance bedankt, und als Erinnerung ein Selfie hinter der Bühne mit ihr gemacht.“ Die Entscheidung gegen die scheinbar sichere Bankkarriere und für die Musik sei richtig gewesen. „Ich tue jetzt jeden Tag das, was ich liebe.“ Und dazu gehören auch das Singen von Oldies wie „Du kannst nicht immer 17 sein“ und „Griechischer Wein“.
Anuschka Miccoli, das musizierende und moderierende „Curvy-Model“ aus Leonberg, war Gast in vielen TV-Shows. Ihre wahre Liebe gehört jedoch Schlagern – eigenen und Klassikern wie „Du hast mich 1000 x belogen“ von Andrea Berg oder Evergreens wie „Er hat ein knallrotes Gummiboot“ von Wencke Myhre, bei denen, wie auch beim gemeinsamen Finale mit „Sierra Madre“ alle im Biergarten mitsangen.