Stories auf Twitter Dienst testet selbstlöschende Kurznachrichten

Von red/dpa 

Ähnlich wie bei Instagram, Facebook und Whatsapp könnte es auch bei Twitter bald eine Art Story-Funktion geben. Die Nutzer reagieren eher negativ auf den Test.

Twitter testet in Brasilien eine Art Story-Funktion. Foto: imago images/ZUMA Press/Omar Marques
Twitter testet in Brasilien eine Art Story-Funktion. Foto: imago images/ZUMA Press/Omar Marques

San Francisco - Twitter testet Kurznachrichten, die nach 24 Stunden wieder von alleine verschwinden. Die Funktion wird zunächst nur in Brasilien eingeführt, teilte das Unternehmen in einem Blog-Eintrag mit. Die neuen kurzlebigen Nachrichten bei Twitter erinnern an die Stories bei Instagram oder die flüchtigen Mitteilungen in der Snapchat-App. Bei Twitter sollen sie „Fleets“ heißen, vom Englischen „fleet“, übersetzt schnell, flüchtig.

Einige Menschen fühlten sich bei Twitter unsicher, weil die Tweets öffentlich und dauerhaft einsehbar seien, heißt es in dem Blog-Eintrag. Daher wolle man den Teilnehmern ermöglichen, auf der Plattform unter weniger Druck und mit mehr Kontrolle Gespräche zu führen. „Fleets“ können im Gegensatz zu herkömmlichen Tweets auch nicht durch andere Nutzer in einem „Retweet“ weiterverbreitet werden. Auch öffentliche Kommentare zu den „Fleets“ können nicht abgegeben werden.

Twitter in Brasilien sehr beliebt

Brasilien gehöre zu den Ländern, in den die Menschen besonders intensiv über Twitter miteinander kommunizieren. „Auf der Grundlage des Tests werden wir erfahren, wie diese neue Kommunikationsform die Art und Weise verändert, wie sie auf Twitter interagieren, und ob sie dadurch Ihre Gedanken bequemer mitteilen können.“

Der Twitter-Konkurrent Snapchat gelangte durch seine sich selbst löschenden Textbotschaften und Fotos zu grosser Popularität vor allem unter jungen Leuten. Der Erfolg von Snapchat animierte den Facebook-Konzern dazu, eine ähnliche Funktion in Instagram einzuführen.

User reagieren zunächst empört

Auf die Ankündigung des Tests bei Twitter folgte allerdings zunächst ein Shitstorm. Viele Nutzer befürchten, dass die Plattform seine Alleinstellungsmerkmale verliert und sich immer mehr der Konkurrenz von Facebook, Snapchat und Co. anpasst, der die Twitter-Community in Teilen sehr kritisch gegenüber steht.

Der Hashtag #RIPTwitter trendete deshalb nicht nur in Deutschland am Donnerstagmorgen. Inzwischen mischt sich aber eine Vielzahl positiver Tweets darunter von Personen, die der neuen Funktion grundsätzlich erst einmal offen gegenüber stehen.