Stuttgart - Familien, die in den Pfingstferien ihre Verwandten in einem Risikogebiet oder Hochinzidenzgebiet besuchen, müssen nach dem Urlaub nicht in Quarantäne. Wer also etwa seine Verwandten in Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Türkei oder im Kosovo besucht und bei den Verwandten wohnt, muss bei der Einreise nach Baden-Württemberg lediglich ein maximal 48 Stunden altes negatives Testergebnis aus dem Urlaubsland vorweisen.
Wer in Risiko- oder Hochinzidenzgebieten nicht bei den Verwanden, sondern im Hotel oder in der Ferienwohnung übernachtet, muss dagegen in Quarantäne. Eine Ausnahme gilt nur für Genesene und Geimpfte. „Logisch nachvollziehbar oder verantwortungsbewusst ist diese Regelung nicht“, sagte der Vorsitzende des Landeselternbeirates, Michael Mittelstaedt.
Eltern befürchten, dass Schulen so weiter geschlossen bleiben
Der Quarantäneverzicht könnte wie im vergangenen Jahr nach den Ferien die Infektionszahlen in den Schulen wieder steigen lassen. Letztlich halte dieses Vorgehen „die Schulen wieder geschlossen“, sagte Mittelstaedt.
Ein Sprecher des Sozialministeriums wies darauf hin, dass es in der Eigenverantwortung eines jeden liege, selbst zu entscheiden, ob eine Reise ins Ausland über Pfingsten notwendig sei. Er räumte ein, dass Testen aus gesundheitlicher Sicht nur eine Maßnahme der Sekundärprävention sei. Ein Anstieg der Infektionszahlen bei Schulbeginn durch diese Reiseregelung befürchtet der Sprecher allerdings nicht:„ Ein gewisser Teil der Bevölkerung wird geimpft sein. Auch in den Schulen wird getestet. Deshalb ist die Situation von vor einem Jahr nicht mit heute zu vergleichen. Alle diese Maßnahmen entbinden aber den Einzelnen nicht von der Eigenverantwortung.“
„Eltern und Großeltern sollen jetzt Verantwortung übernehmen“
Schulen müssten ganz schnell, unter allen Umständen und ohne weitere Ausreden wieder öffnen, um weitere Schäden an den Kindern einzudämmen, sagt der Vorsitzende des Landeselternbeirates. Dafür müsse die sogenannte „Solidargemeinschaft“ nun alles erdenkliche tun. „Insbesondere Eltern und Großeltern sollten jetzt entsprechend die Verantwortung übernehmen und sich im Reise- und Kontaktverhalten zurücknehmen um den Kleinsten, Mittleren und Großen endlich ihre Sozialkontakte, ihre Bildung und ihren Lebensrhythmus zurückzugeben“, sagt Michael Mittelstaedt.