Die Stadt hat die Triberger Straße in Kaltental geflickt. Mit dem Ergebnis sind nicht alle Anwohner zufrieden. Manch ein Anwohner ist der Meinung, dass nicht sachgerecht gearbeitet wurde.

Filderzeitung: Alexandra Kratz (atz)

S-Süd - Für manch einen Anwohner sieht es aus wie eine Mondlandschaft. Überall sei die Straße von Asphaltmasse auf großer Fläche besudelt. „Das sich bietende Straßenbild würde man eher mit Osteuropa als mit der Landeshauptstadt assoziieren“, heißt es in einer E-Mail, die unsere Zeitung kürzlich erreichte. Gemeint ist die Triberger Straße. Das Tiefbauamt hat diese ausbessern lassen. Denn die Fahrbahn war in einem schlechten Zustand. Insbesondere im hinteren Teil der Straße hatten sich großflächige Risse gebildet. Die Verkehrssicherheit, wie es im Fachjargon heißt, war nicht mehr gegeben. Also musste die Stadt handeln.

Sebastian Lübbe, der Leiter der Bauabteilung Mitte/Nord, hätte die Straße freilich gern in einem Rutsch komplett sanieren lassen. Doch dazu fehlt das Geld. Schließlich gibt es in Stuttgart viele kaputte Fahrbahnen. Also musste geflickt werden.

„Die Qualität ist so, wie wir sie gewohnt sind“

Manch ein Anwohner ist der Meinung, dass im Fall der Triberger Straße dabei nicht „sachgerecht“ gearbeitet wurde. „Das Einbringen von Kaltasphalt als preiswerte Übergangslösung ist an sich gängig, jedoch gehört zur sauberen handwerklichen Ausführung dazu, dass der Asphalt sauber eingeebnet und anschließend mit einer Walze verdichtet und geglättet wird“, heißt es in der E-Mail an unsere Zeitung. Das alles sei auf der Triberger Straße in Kaltental nicht geschehen. „Im Ergebnis können unsere Kinder hier nicht mehr Inliner fahren. Falls mal ein Kind stürzen sollte, wird es sich an der groben Oberfläche schwere Abschürfungen zuziehen“, beschwert sich ein Leser und ergänzt: „Der nächste Frost wird zeigen, wie schnell eine nicht geglättete Oberfläche angegriffen wird.“ Sebastian Lübbe kann und will das nicht so stehen lassen. Auf der Triberger Straße sei kein gewöhnlicher Kaltasphalt, sondern ein sogenannter Dünnschichtasphalt in Kaltbauweise verarbeitet worden. „Das Material ist sehr flüssig und bindet sehr schnell ab. Das kann gar nicht gewalzt und verdichtet werden“, sagt der Leiter der Bauabteilung. Richtig sei, dass der neue Asphalt am Anfang relativ rau sei. „Mit der Zeit nutzt er sich aber ab und wird so geglättet“, sagt Lübbe. Auf der Triberger Straße müsse nichts nachgebessert werden. „Die Qualität ist so, wie wir sie gewohnt sind“, sagt der Mann vom Tiefbauamt. Er gehe davon aus, dass die Triberger Straße nun wieder sechs bis acht Jahre halte. „Sonst wäre es schlecht investiertes Geld“, sagt Lübbe. Jedenfalls sei eine zeitnahe Kompletterneuerung der Fahrbahn nicht vorgesehen. Sollten sich neue Schäden zeigen, müsse jedoch noch einmal neu nachgedacht werden. Viele Erfahrungen hat die Stadt Stuttgart mit dem Dünnschichtasphalt noch nicht. Im vergangenen Jahr wurde das Verfahren auf der viel befahrenen Charlottenstraße in der Innenstadt und einigen kleinen Anwohnerstraßen angewendet. Bislang gebe es nichts Negatives zu berichten, sagt der Mann vom Tiefbauamt. Der Dünnschichtasphalt sei dort vorteilhaft, wo sich bereits tiefe Risse in der Fahrbahn gebildet haben. „Dort ist ein normaler Rissverguss nicht mehr sinnvoll“, sagt Lübbe. Denn beim Rissverguss kommt eine reine Bitumenmasse zum Einsatz. Im Gegensatz dazu enthält der Dünnschichtasphalt auch Split, mit dem Risse aufgefüllt werden. Vor einiger Zeit hat die Stadt den unteren Teil der Straße Im Elsental mit Hilfe von Dünnschichtasphalt ausgebessert. „Da wurde das Verfahren auf einer großen Fläche angewendet“, sagt Lübbe. Bislang habe es sich bewährt.