Nach der militärischen Eskalation im Nahen Osten hat der Iran die Straße von Hormus faktisch blockiert. Der Weltwirtschaft und Europa droht ein Ölpreisschock.
Nach massiven militärischen Eskalationen im Nahen Osten am 28. Februar bis hin ins Tourisenparadies Dubai hat der Iran seine langjährige Drohung wahrgemacht und die Straße von Hormus faktisch für den internationalen Schiffsverkehr gesperrt. Für Europa und die Weltwirtschaft hat das drastische Folgen.
Blockade in der Straße von Hormus
Handelsschiffe wurden von iranischen Revolutionsgarden (IRGC) über Funk an der Durchfahrt gehindert oder zum Umkehren gezwungen. Infolgedessen ist der kommerzielle Schiffsverkehr in der Meerenge massiv eingebrochen.
Große internationale Reedereien haben ihre Transporte durch das Gebiet aus Angst vor den Pasdaran-Revolutionsgarden und ihrer Guerilla-Marine vorerst ausgesetzt. Dutzende Öltanker stauen sich derzeit vor dem Persischen Golf oder den Küsten der Anrainer – Ausweichrouten gibt es keine.
Warum ist die Straße von Hormus so wichtig?
Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt und ein neuralgischer Punkt für die Weltwirtschaft. Die Meerenge verbindet den Persischen Golf im Westen mit dem Golf von Oman und dem Indischen Ozean im Osten. An der engsten Stelle ist sie nur etwa 34 bis 38 Kilometer breit.
Durch dieses Nadelöhr verläuft der gesamte Schiffsverkehr von und zu den Ölhäfen Kuwaits, Katars, Bahrains, des Irak, der Vereinigten Arabischen Emirate und Irans, dazu der größte Teil des saudi-arabischen Verkehrs.
Öl und Gas muss durch die Straße von Hormus
Täglich passieren im Schnitt 20 Millionen Barrel Rohöl die Meerenge – das entspricht rund einem Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs. Zudem wird etwa 20 Prozent des weltweit gehandelten Flüssigerdgases (LNG) auf dieser Route transportiert. Echte Alternativen gibt es kaum, da die wenigen bestehenden Pipelines der Anrainerstaaten den maritimen Ausfall nicht annähernd kompensieren können.
Ölpreisschock bei Brent und WTI befürchtet
Wirtschaftsexperten betrachten die Meerenge als Achillesferse der Weltwirtschaft. Eine anhaltende Blockade treibt die Preise für die Ölsorten Brent und WTI sowie Gas in die Höhe. Verbraucher werden dies zeitnah beim Tanken und bei den allgemeinen Energiekosten spüren. Zudem explodieren die Versicherungsprämien für Frachtschiffe in der Region.
Neben den direkten Energiekosten drohen auch massive Störungen der globalen Lieferketten, da nicht nur Öl, sondern auch Containerschiffe mit wichtigen Konsum- und Industriegütern auf der Route feststecken.