Straßen in Böblingen Eine Stadt voller Baustellen
Am Freitag liegt eine Baustellen-Übersicht dem Böblinger Amtsblatt bei. Wir verraten jetzt schon, wo die Warnbaken stehen werden.
Am Freitag liegt eine Baustellen-Übersicht dem Böblinger Amtsblatt bei. Wir verraten jetzt schon, wo die Warnbaken stehen werden.
An manchen Tagen hat man das Gefühl, halb Böblingen ist aufgegraben. Wer seinen Zorn über Umleitungen und Ampeln bei der Stadt abladen will, sollte wissen, dass die Verwaltung nur zu einem gewissen Teil an den Baustellen im Stadtgebiet beteiligt ist. Das zeigt der neue Baustellen-Flyer, der am Freitag im Amtsblatt liegt.
Vier große Akteure sind in der Stadt tätig: Die privaten Bauherren, die Kanalbauer, die Stadtverwaltung und die natürlich die Autobahn-Bauer, die bedeutendste Baustelle auf dem Stadtgebiet.
Die Überdeckelung der A 81 wird in diesem Jahr deutlich wachsen. Bis zum Oktober sollen der Boden und die Wände fertig sein, bis Jahresende sind dann auch schon große Teile der Decke zu sehen. Zurzeit wird der gesamte Verkehr auf die nördlichen Fahrspuren geleitet, damit die südliche Fahrbahn auf drei Streifen verbreitert werden kann.
Flankierend zum Autobahnumbau wird die Wolfgang-Brumme-Allee an der Autobahnquerung neu geführt. Die Anschlussrampe Süd an der Ausfahrt Böblingen/Sindelfingen wird abgerissen und neu gebaut, die Unterführung Leibnizstraße wird neu errichtet und die Südseite der Ausfahrt Böblingen-Ost wird demnächst fertig. Natürlich unter Vorbehalt: Es können sich immer unvorhersehbare Verzögerungen ergeben.
Aber auch die Stadtverwaltung muss ihre Projekte priorisieren. Nicht warten konnte die Stadt bei der Schönaicher Straße, denn es galt, einen Unfallschwerpunkt zu beseitigen. Diese Straße wird bis Ende des Jahres fertig. Dort hätten sich die Arbeiten verzögert, weil die Bauarbeiter auf extrem schlechten Untergrund gestoßen seien, berichtet der Böblinger Tiefbauamtsleiter Pablo Burkhardt. Ebenso steht die Calwer Straße auf Platz eins der Prioritäten-Liste: Weil mit ihr das Flugfeldklinikum erschlossen wird, muss die Trasse neu gefasst werden. Darüber hinaus wird eine Zisterne gebaut, mit der die Bäume entlang der Straße bewässert werden, und die Radwege und die Fußwege werden gerichtet.
Die Versorgungsträger der Stadt haben ebenfalls Großes vor: In der Achalmstraße bauen sie im Sommer ein Regenrückhaltebecken, in der Stettiner Straße wird von April bis Juni die Fernwärme neu verlegt und in der Kremser Straße wird von Juli bis September eine Trinkwasserleitung gebaut.
Vor allem hat der Autobahnumbau immense Auswirkungen auf den innerstäditschen Verkehr. Das betrifft vor allem die Ausfahrten Böblingen-Ost und Böblingen/Sindelfingen, die wechselweise gesperrt werden, weswegen jeweils der gesamte innerstädtische Verkehr auf den Kopf gestellt wird. „Wenn Böblingen-Ost gesperrt ist, dann fahren alle in Böblingen/Sindelfingen raus, das bedeutet, dass die Stadt in der Gegend keine Baumaßnahmen ergreifen kann“, sagt Gianluca Biela, der Böblinger Pressesprecher. Erschwert wird die Situation dadurch, dass die Stadt nicht voraussehen kann, was private Bauträger vorhaben. „Wenn jemand einen neuen Hausanschluss braucht, dann müssen wir ihn binnen zehn Tagen genehmigen“, sagt Gisa Gaietto, die Leiterin des Ordnungsamtes. Das heißt, die privaten Bauträger sind in die langfristigen Planungen der Stadt nicht eingebunden und können ordentlich für Unordnung sorgen. Denn bei einem Anschluss, der quer über die Straße geht, muss eben auch die Straße komplett gesperrt werden.
Der Böblinger Pressesprecher Gianluca Biela erklärt, warum es im Straßenbau immer mehrere Bauabschnitte gibt: „Wir könnten zwar schneller sein, wenn wir die Straßen zumachen und alles in einem Aufwasch erledigen, nur müssten wir dann die Straßen immer voll sperren.“ Und das sei in den meisten Fällen einfach nicht möglich.
Aber der Flyer zeigt auch, welche Ziele bereits erreicht sind oder kurz vor dem Abschluss stehen. Die geplagten Anwohner der Unterstadt können damit rechnen, dass die beiden großen Stadthäuser entlang der Wilhelmstraße demnächst fertig werden, auch das Hospiz steht kurz vor Bauschluss. Dann ist erst einmal Ruhe in der Unterstadt, zumindest bis das Mühlbachquartier entwickelt wird. Anschließend will Christine Kraayvanger einem Herzensprojekt nachgehen: Der Kreisel an den Mercaden verdient ihrer Ansicht nach eine Verschönerung, denn er könnte einen repräsentativen Ortseingang abgeben. Doch das würde nicht ohne eine Sperrung der Wolfgang-Brumme-Allee gehen, und die ist solange nicht möglich, wie an der Autobahn gewerkelt wird.
Insgesamt sind es 20 große Baustellen, die in dem Flyer verzeichnet sind. Zusätzlich gibt es eine Info-Säule am Elbenplatz, wo in Plakatgröße noch einmal alle großen Bauvorhaben der Stadt gelistet sind.
Rückblick
Besonders der Abriss des sogenannten Elefantenbrückles hatte 2024 für Umleitungen gesorgt, hier gibt es eine Behelfsbrücke. Ferner wurden die Überführung der Calwer Straße fertig sowie die Leibnizstraße.
Ausblick
Etwa 20 große Baustellen gibt es im Stadtgebiet, wovon die Autobahn den größten Teil ausmacht. Auf einer Länge von sechs Kilometern wird die Straße dreispurig ausgebaut. Die Kosten betragen ungefähr 490 Millionen Euro.