Straßenanbindung für den Baden-Airpark Durch ein Vogelschutzgebiet zum Flieger

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Der Baden-Airpark soll einen eigenen Autobahnanschluss erhalten. Doch die favorisierte Strecke ist aus ökologischen Gründen sehr umstritten.

Der Regionalflughafen ist bisher nur schlecht ans überörtliche Straßennetz angebunden. Foto: Baden-Airpark
Der Regionalflughafen ist bisher nur schlecht ans überörtliche Straßennetz angebunden. Foto: Baden-Airpark

Baden-Baden - Im Frühjahr hat der Baden-Airpark im Rheintal bei Baden-Baden sein 20-jähriges Bestehen gefeiert. Die Gefühle waren gemischt. Einerseits stagniert die Zahl der Passagiere pro Jahr bei 1,1 Millionen; dabei müsste sie „deutlich über einer Million“ liegen, damit der Flughafen auf Dauer nicht in wirtschaftliche Turbulenzen gerät, schrieb der Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) in der Jubiläumsbroschüre. Andererseits sieht ein jüngeres Gutachten gute Perspektiven für die Zukunft. Schon jetzt arbeiten 2500 Menschen am Airport selbst und in 130 weiteren Firmen.

Zum Aufschwung soll auch eine bessere Straßenanbindung beitragen – fast genauso alt wie der Flughafen ist die Diskussion um den richtigen Autobahnanschluss. Derzeit ist die Anfahrt für Fluggäste in der Tat schwierig. Egal, aus welcher Richtung sie kommen – es geht fast nur über Landstraßen und durch die Dörfer. Nun sollen endlich Nägel mit Köpfengemacht werden: In wenigen Tagen schon könnte das Regierungspräsidium Karlsruhe das Planfeststellungsverfahren einleiten.

Landratsamt favorisiert die direkte „Ostanbindung“

Doch verschiedene Bürgerinitiativen und Naturschutzverbände laufen Sturm. Denn das Landratsamt Rastatt favorisiert die sogenannte Ostanbindung: Über einen neuen Anschluss an die A 5 bei Sinzheim würde die Straße direkt zum Flughafen führen. Für diese rund vier Kilometer lange Route spräche: Sie ist kurz und relativ günstig. Allerdings führt die Trasse mitten durch ein Gebiet mit streng geschützten Tierarten. „Allein 15 Fledermausarten sowie zahlreiche seltene Amphibien-, Insekten- und Vogelarten wären betroffen“, sagt Martin Klatt vom regionalen Nabu. Er hält die Ostanbindung für rechtswidrig. Notfalls sei man bereit zu klagen, sagt Martin Klatt.

Claus Haberecht vom Landratsamt weiß, wie groß die ökologischen Schwierigkeiten sind – in einem Vortrag hieß es zusammenfassend: „Das Vorhaben wird als kritisch, aber machbar und notwendig eingestuft.“ Man habe zwei Alternativen einer Nordanbindung über Hügelsheim intensiv geprüft und verworfen, so Haberecht – sie seien zu teuer und ökologisch ebenfalls bedenklich. Im Rheintal sei alles sehr beengt: „Wir müssen deshalb alle Interessen abwägen und gehen sehr gewissenhaft vor.“

Naturschutzverband hat selbst Alternativroute erarbeiten

Der Nabu hat nun aber selbst eine Alternativroute erarbeitet; die Straße verläuft ebenfalls über Hügelsheim, aber teils vertieft in Galerien – so könne man zugleich die Einwohner von Hügelsheim entlasten und die Kosten in Schach halten, sagt Tobias Lieber, der für den Nabu ein Gutachten zur Machbarkeit erarbeitet hat. Der Umweltverband würde diese Trasse mittragen. Im Rahmen des Planfeststellungsverfahren werde der Vorschlag geprüft, sagt Claus Haberecht aber bisher nur dazu.

Womöglich wird sich aber bald der grüne Verkehrsminister der Sache annehmen. Es seien massiv Naturschutzinteressen betroffen, heißt es aus dem Ministerium in Stuttgart: „Das muss man sich ganz genau anschauen.“