Straßenbau in Stuttgart CDU schlägt Tunnel unter Ostheim vor

Von Konstantin Schwarz 

Die Christdemokraten im Stuttgarter Gemeinderat sehen mit der neuen Landesregierung aus Grünen und CDU Chancen für Verkehrsinvestitionen in der Landeshauptstadt. Der Tunnel soll die Verkehrsprobleme lösen und das Abhängen der Schillerstraße vor dem Bahnhof ermöglichen.

CDU-Fraktionschef Alexander Kotz hat eine Vision Stuttgart 2030. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
CDU-Fraktionschef Alexander Kotz hat eine Vision Stuttgart 2030. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Die Christdemokraten im Stuttgarter Gemeinderat sehen mit der neuen Landesregierung aus Grünen und CDU Chancen für Verkehrsinvestitionen in der Landeshauptstadt. „Das Land muss Interesse an einer Verbesserung der Verhältnisse hier haben, auch wegen der Klagedrohung der EU-Kommission“, sagte CDU-Fraktionschef Alexander Kotz am Freitag vor der Presse, und spielte damit auf das Feinstaub- und Stickoxid-Problem an. Die Grenzwerte werden seit Jahren gerissen. In dieser Woche einigten sich Kläger und das Land vor Gericht, dass ab 2018 auf der B 14 am Neckartor 20 Prozent weniger Fahrzeuge rollen sollen.

In ihrer „Vision Stuttgart 2030“ schlägt die größte Fraktion im Rat beim Thema Mobilität Straßen-Neubauten vor. „Dabei hat der Ostheimer Tunnel für uns Priorität“, sagt Kotz. Zwei neue Röhren, die innerstädtisch am alten Wagenburg-Tunnel ansetzen und, je zweispurig, bis zum Gaskessel an die B 10/14 am Neckar reichten, könnten mehrere Probleme lösen.

Die 2,3 Kilometer langen Tunnel würden Fahrten auf der Cannstatter Straße (B 14) Richtung Neckar ersparen. „Fachleute sagen uns, dass eine Reduzierung um 30 Prozent möglich wäre, also mehr als im Vergleich vorgesehen“, so Kotz. Die Anwohner vor allem der Wagenburg- und Talstraße im Osten würden profitieren, aber auch der Nahverkehr, der hier ohne Busspur im Stau stecke. Durch den Tunnel könnte die Schillerstraße vor dem alten Hauptbahnhof für den Durchgangsverkehr gesperrt und dieser auf die Wolframstraße umgelenkt werden. Dieser erweiterte Cityring brauche aber auf der Cannstatter Straße stadtauswärts eine Spur für Linksabbieger zur Wolframstraße. „Die geht nur mit weniger Verkehr“, so Kotz, die Kreuzung bei der Schwabengarage wäre sonst überlastet.

Verkehrskonzept sieht außerdem eine Filder-Nord-Spange vor

„Der Ostheimer Tunnel löst entscheidende Probleme“, ist sich der Fraktionschef sicher. Stadtverwaltung und Verkehrsexperten sollten dessen grundsätzliche Machbarkeit, Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten bis nach der Sommerpause aufzeigen. Die CDU rechnet mit 300 bis 400 Millionen Euro Baukosten.

Das Verkehrskonzept der CDU sieht außerdem eine Filder-Nord-Spange vor. Der Begriff beschreibt die Nordost-Umfahrung Stuttgarts mit Abzweig von der B 27 bei Kornwestheim und den Anschluss an die B 14 zwischen Fellbach und Waiblingen. Dazu kommt ein 7,2 Kilometer langer Tunnel von der B 14 am Neckar bis zur B 27 bei Degerloch. Das Stück ist als Filderauffahrt so bekannt wie umstritten und nicht im neuen Bundes-Verkehrswegeplan.

Die CDU plädiert für einen Ausbau der Schiene, vor allem in Richtung Tübingen, beispielsweise durch eine Verlängerung der S-Bahn-Linie 2, innerstädtisch durch die Nutzung der Gäubahn. Neue Radwege und Rad-Abstellmöglichkeiten seien unstrittig, und wenn eine Seil- oder Monorail-Bahn (Einschienenbahn) im Gewerbegebiet Vaihingen/Möhringen Entlastung bringe, könne man sich das vorstellen.

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