Die Schnellstraßenbrücke in Zuffenhausen soll abgerissen werden. Nun will die Stadtverwaltung das dafür vorgesehene Geld an anderer Stelle investieren. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Die aufwendige B-10/27-Auffahrt in Zuffenhausen soll weichen. Doch nun könnte das für den Abriss vorgesehene Budget dazu verwendet werden, den abermals teurer gewordenen Leuzeknoten zu bezahlen. In Zuffenhausen will man davon nichts wissen.
Zuffenhausen will sich nicht ohne Gegenwehr damit abfinden, dass eines der größten Vorhaben im Stadtbezirk, wie von der Stadtverwaltung vorgesehen, auf die lange Bank geschoben wird. Das Tiefbauamt war bei der Suche nach Geld, mit dem die abermals gestiegenen Kosten für das Straßenbauvorhaben Leuzeknoten beglichen werden können, auf einen Etatposten gestoßen, der für den in Zuffenhausen seit Langem geforderten Umbau der B-10/27-Auffahrt an der Friedrichswahl vorgesehen ist. „Der Finanzierungsvorschlag der Verwaltung ist inakzeptabel, da Gelder, die für Zuffenhausen vorgesehen sind, nicht zur Schließung von Finanzlücken in Projekten wie dem Rosenstein-/Leuzetunnel verwendet werden dürfen“, heißt es in einem interfraktionellen Antrag von CDU, Grünen, SPD, Linksfraktion, Freie Wähler und FDP.
„Städtebaulicher Missstand“
In Zuffenhausen verweist man auf den Mehrheitswillen im Gemeinderat, die aufwendige Brücke der B 10/27 abzureißen, die den Feuerbach und Teile der Seedamm-Siedlung überspannt. Das Rampenbauwerk stelle „einen städtebaulichen Missstand dar“, heißt es in dem Papier der Bezirksbeiräte. Die im Volksmund „Ohr“ genannte Spindel ist ein Überrest der längst aufgegebenen Pläne, die vorgesehen hatten, die Bundesstraße durch das Gewann Krailenshalde bis zum Pragsattel weiterzuführen.
Annemarie Raab und Joseph Michl zeigen den Zuffenhäuser Vorschlag zur Umgestaltung der Friedrichswahl, wenn einmal das Brückbauwerk abgerissen wird. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
1996 entschied sich der Gemeinderat gegen diese Variante – auch auf Druck der in Zuffenhausen gegründeten Schutzgemeinschaft Krailenshalde. Die gibt es auch heute noch. Die Vorsitzende Annemarie Raab und ihr Vorgänger Joseph Michl kämpfen dafür, dass nicht nur die Rampe abgebaut wird, sondern dies auch zum Anlass genommen wird, an dieser Stelle eine städtebauliche Aufwertung für Zuffenhausen zu erreichen. Dass das eigentlich für den Rückbau vorgesehene Geld zur Großbaustelle Leuzeknoten umgelenkt wird, lehnen sie ab.
Ihnen wie auch dem Bezirksbeirat stößt sauer auf, dass die Stadtverwaltung ohne Rücksprache mit dem Stadtbezirk das Geld umlenken will. Auch der Gemeinderat hat weiteren Gesprächsbedarf angemeldet. Eine eigentlich für vergangene Woche vorgesehene Abstimmung ist verschoben worden. Raab und Michl nutzen die neuerliche Diskussion, um nochmals für den Vorschlag aus ihren Reihen zu werben, wie der Abriss von Brücke und Auffahrt sowie ein Umbau des Verknüpfungspunktes die Situation an der Friedrichswahl verbessern könnte. Einen Entwurf der Verwaltung halten sie für überzogen, da er die Belange von Radfahrern und Fußgängern zu wenig und die der Autofahrer zu stark berücksichtige. Sie fordern, die neue Kreuzung abzuspecken und von der bestehenden Bebauung abzurücken. „Es geht uns um ein städtebauliches Projekt und nicht um ein Verkehrsvorhaben“, betont Raab.