Straßenbau rund um Marbach Verkehrschaos befürchtet: Land will neue Brücke und an zwei Kreuzungen bauen

Zusammen mit dem Umbau der Oehlerkreuzung will das Land auch gleich die Bottwartalstraße rechts hinauf nach Marbach bis zur Kauflandkreuzung sanieren lassen. Foto: (KS-Images.de/Karsten Schmalz)

Rund um Marbach (Kreis Ludwigsburg) soll bald an mehreren Knotenpunkten gleichzeitig gebaut werden. Der Rathauschef schlägt Alarm, das Land zeigt sich unbeirrt – und hält es für zu früh, um über die genaue Verkehrssteuerung zu sprechen.

Droht rund um Marbach in naher Zukunft der Verkehrskollaps? Bürgermeister Jan Trost befürchtet es zumindest. Sorgen bereitet ihm vor allem, dass das Land gleichzeitig die Oehlerkreuzung an der Straße am Neckar nach Ludwigsburg aufdimensionieren und die Kauflandkreuzung im Ortsinnern sanieren lassen möchte. Es sei völlig unklar, „wie das logistisch funktionieren soll“, sagte der Rathauschef unlängst. „Der Busbahnhof ist so zentral und wichtig, dass er dauernd erreichbar sein muss. Aber wie soll das gewährleistet sein, wenn in allen Zufahrtsrichtungen gebaut wird?“, wunderte er sich.

 

Ein Verkehrschaos droht aus Sicht von Trost auch, wenn das Land 2026 vor dem Abzweig nach Benningen eine zweite Brücke über die Murr bauen will, um diesen Engpass wenige hundert Meter nach der Oehlerkreuzung etwas aufzuschnüren. Denn im selben Jahr wird die Marktstraße im benachbarten Steinheim wegen Kanalarbeiten mehrere Monate gesperrt sein. Der gesamte Verkehr Richtung Marbach müsse dann an der Bergkelterkreuzung und somit just am Abzweig nach Benningen vorbei gelotst werden.

Bau an Murr soll „größtenteils ohne Sperrung“ erfolgen

Das Land versucht zu beschwichtigen. Das Regierungspräsidium (RP) in Stuttgart stimme sich mit der Stadt Steinheim bezüglich der Arbeiten am Kanalnetz ab, betont RP-Sprecherin Lea Gruber. Schließlich wolle das Land in dem Zusammenhang auch die Ortsdurchfahrt sanieren. Gruber weist außerdem darauf hin, dass der Bau der zweiten Murrbrücke „größtenteils ohne Vollsperrung“ erfolgen solle. Ferner erklärt sie, dass man mit den betreffenden Stellen wie der Polizei die verkehrlichen Aspekte absprechen und sich über „mögliche Wechselwirkungen“ austauschen werde.

Angedacht sei, ab Mitte 2026 die Bagger auf der Straße zwischen Marbach und Murr anrücken zu lassen, um vor dem Abzweig nach Benningen eine zweite Querung über die Murr zu errichten. „Die genaue Bauzeit kann noch nicht genannt werden“, erklärt die Pressesprecherin. Zunächst werde jedenfalls die neue Brücke neben der vorhandenen gebaut. „Weitere Details können erst genannt werden, wenn Planungen zur Art und Weise des Brückenneubaus bekannt sind“, erläutert Gruber. Sie versichert, dass im Zuge dieses Projekts auch die Situation an der Kreuzung nach Benningen verbessert werden soll. Die derzeitige Gestaltung sei „nur ein Zwischenzustand“. Eine Optimierung ist nach Lage der Dinge durchaus vonnöten, hat es an der Stelle nach Angaben der Polizei doch im Jahr 2023 sage und schreibe 71 Mal gekracht.

Auf der Straße von Murr nach Marbach kracht es in frappierender Häufigkeit am Abzweig nach Benningen. Foto: Archiv (Werner Kuhnle)

Was den Umbau der Oehlerkreuzung und die Sanierung der Kauflandkreuzung anbelangt, hält das Land trotz der Bedenken aus dem Marbacher Rathaus an seinen Plänen fest. Im Zuge der Umgestaltung der Oehlerkreuzung müsse die daran andockende Bottwartalstraße hinauf nach Marbach ohnehin gesperrt werden, betont Gruber. Der überörtliche Verkehr sei hier dann tabu. Insofern biete es sich an, die Verkehrsader und dann in der Verlängerung auch die Schillerstraße und die Kauflandkreuzung abschnittsweise in Schuss zu bringen. Man bitte aber „um Verständnis, dass es für genauere Aussagen zur Abwicklung und Durchführung der Baumaßnahmen sowie zur Anbindung des Busbahnhofs noch zu früh ist“.

Stadt muss vor Umbau einen Bebauungsplan erstellen

Offen ist auch, wann der Spatenstich an der Oehlerkreuzung erfolgt. Die Stadt müsse dazu via Bebauungsplan die Voraussetzung schaffen, erklärt die RP-Sprecherin. Wobei das Konzept jedoch „einvernehmlich abgestimmt werden“ müsse. In Kürze sei dazu ein Gespräch vorgesehen.

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