Der sogenannte „Flyer“ – laut Hersteller das höchste Kettenkarussell der Welt – überragte beim Backnanger Straßenfest alles. Doch gleich dreimal blieben die Fahrgäste stecken, zweimal in luftiger Höhe.

Rems-Murr: Phillip Weingand (wei)

Das riesige Kettenkarussell „The Flyer“, das beim Straßenfest Backnang Fahrgäste bis in 80 Meter Höhe gehoben hat, machte bei der Premiere mit Pannen von sich reden. Das Fahrgeschäft, das von seinem Hersteller als „höchstes und schnellstes mobiles Kettenkarussell der Welt“ angepriesen wird, hing im Verlauf des viertägigen Festes gleich dreimal fest.

Das Kettenkarussell bleibt dreimal stehen

In der Nacht auf Samstag konnte die sich drehende Plattform nicht mehr herunterfahren lassen; die Fahrgäste blieben für rund eine Viertelstunde in 80 Metern Höhe hängen. Am darauffolgenden Abend konnte die Plattform nicht mehr nach oben fahren. Am Montag hatte der „Flyer“ erneut einen Hänger: Diesmal blieb die Plattform in etwa 70 Metern Höhe hängen. Mark Roschmann, dessen Familie seit dem ersten Straßenfest im Jahr 1971 für den Rummelplatz verantwortlich ist, betont allerdings, die Fahrgäste seien nicht in Gefahr gewesen. „Der Grund für die Störungen waren Elektronikfehler“, sagt Roschmann. „Wir hätten jederzeit in den Evakuierungsmodus gehen und das Karussell herunterfahren können.“

Verletzt wurde durch die technischen Aussetzer in Backnang niemand. Doch in den vergangenen Wochen hat es schwere Unfälle mit Kettenkarussells gegeben. Vor rund zwei Wochen ist in Vaihingen an der Enz (Kreis Ludwigsburg) eine Frau aus einem Kettenkarussell geschleudert und schwer verletzt worden. Offenbar hatte sich ein Sicherheitsbügel gelöst, die Fliehkraft schleuderte die 55-Jährige aus der Gondel. Ihre 22 Jahre alte Tochter konnte sich noch festhalten. Mitte Mai hatte auf dem Pferdemarkt in Ludwigsburg ein Betrunkener seinen Sicherheitsbügel zu früh geöffnet und war aus etwa zweieinhalb Metern Höhe abgestürzt.

Beim nächsten Straßenfest in Backnang wird es wieder ein Riesenrad geben, wie in den bisherigen Jahren auch. Der Betreiber des Rades, das seit dem ersten Straßenfest 1971 als Wahrzeichen des Events gilt, hatte in diesem Jahr die Konkurrenz durch den „Flyer“ gescheut. „Er hat mir aber versprochen, im nächsten Jahr wieder dabei zu sein“, sagt Mark Roschmann.