Straßenmusikfestival in Ludwigsburg Das Blüba bebt

Von Julian Illi 

Seit Freitag gehört das Blühende Barock wieder den Straßenmusikern: Rund 40 Bands und Solo-Künstler aus der ganzen Welt jammen zwischen Schloss und Märchengarten und begeistern damit das Publikum. Das kühle Wetter stört da nur wenig.

Beste Laune bei Musikern und Publikum: Das Straßenmusikfest im Blüba. Foto: Factum/Granville 11 Bilder
Beste Laune bei Musikern und Publikum: Das Straßenmusikfest im Blüba. Foto: Factum/Granville

Ludwigsburg - Der ein oder andere dürfte am Samstagabend mit getrübter Stimmung ins Blühende Barock nach Ludwigsburg gekommen sein – schließlich war es für Fußball-Fans in der Region Stuttgart ein schwer verdaulicher Nachmittag. Doch das, was seit Freitag im Blüba geboten ist, bietet auch dem trübsinnigsten VfB-Anhänger zumindest eine kurze Ablenkung: Das Straßenmusikfestival.

Das Fest hat sich mittlerweile vom Geheimtipp zum Publikumsmagneten entwickelt – und das liegt vor allem an seiner einzigartigen Atmosphäre. Wenn die Sonne hinter dem Schloss untergeht und im ganzen Park die Kerzen leuchten, geht es auf den zwölf Bühnen, die im ganzen Blüba verteilt sind, richtig los. Der Musik-Mix könnte bunter kaum sein: Von Folk bis Klassik, von der Violine bis zum Didgeridoo. 40 Künstler aus der ganzen Welt treten auf, eine halbe Stunde dauern die Gigs – danach ziehen die Musiker zur nächsten Bühne.

Zwischen den Auftritten wird gejammt

Auch zwischen den „offiziellen“ Auftritten wird im ganzen Park gejammt – und es bilden sich Menschentrauben dort, wo die Instrumente ausgepackt werden. Rund 400 Bewerbungen haben die Organisatoren erhalten, aus denen dann die 40 Starter ausgewählt wurden. Darunter sind Künstlern, die schon oft dabei waren (wie die italienische One-Man-Band Paolo Sgallini) und absolute Newcomer. Wer beim Publikum besonders gut ankommt, gewinnt den Wettbewerb und ein Preisgeld.

Am Samstagabend stehen besonders viele Zuschauer auf der großen Wiese mitten im Ostgarten. Der Grund: „Jammin’ Johnny & the Discofuckers“ aus Buxtehude. Und der Name ist bei den sechs Herren gewissermaßen Programm: Mit Trompete, Cajón, Gitarre und Saxophon arbeiten sie sich durch etliche Party-Hits, starten eine Polonaise quer durchs Publikum und bringen alle Füße in Bewegung. Auch eine Fünf-Minuten-Adaption des Disney-Klassikers „König der Löwen“ gibts zu sehen: Den „König der Möwen“. Locker, witzig und ein bisschen abgedreht: Zwei Zugaben dürfen „Jammin’ Johnny“ spielen.

Publikumsmagnet: „Jammin’ Johnny“ aus Buxtehude

Während die Jungs aus Buxtehude im Ostgarten Party machen, steht hundert Meter weiter Teresa Bangsgaard allein mit ihrer Akustik-Gitarre auf der Bühne. Die junge Frau kommt aus Dänemark, lebt in Madrid und singt englische Folk-Lieder mit einfühlsamer Stimme. Sie hätte gerne mehr Lieder im Repertoire, die „nach vorne gehen“, sagt sie. Aber gerade die ruhigen Balladen kommen beim Publikum besonders gut an. Nach dem Konzert werfen viele ihre Stimmkarten in die kleine Box am Rand der Bühne.

Der besonderen Stimmung während des Festivals tut auch das Wetter keinen Abbruch: Solange der Regen ausbleibt, sei alles gut, sagt einer der Gastronomen im Blüba. Auch das Publikum ist vorbereitet: Dicke Jacken, Mützen und Schals wärmen bis zum Schluss, wenn um 23 Uhr die letzten Konzerte zu Ende gehen. Und für das Picknick auf dem Rasen haben viele einfach eine Extra-Decke eingepackt.

Info: An diesem Sonntag ist der letzte Abend des Festivals. Los geht es um 18 Uhr, die Siegerehrung findet um 21.30 Uhr statt. Der Eintritt kostet neun, ermäßigt fünf Euro.