Straßennamen in Stuttgart Ein Weg für Helga Feddersen

Von unserer Redaktion 

Im Hallschlag haben zwei Straßen einen neuen Namen erhalten. Einer davon ist der Volksschauspielerin und Autorin Helga Feddersen gewidmet, die im Hallschlag lebte und beerdigt wurde.

Der neue Wegname wird von Bürgermeister Werner Wölfle (rechts) enthüllt. Foto: Martin Stollberg
Der neue Wegname wird von Bürgermeister Werner Wölfle (rechts) enthüllt. Foto: Martin Stollberg

Stuttgart - Bei einem Rundgang im Hallschlag haben Baubürgermeister Matthias Hahn, Verwaltungsbürgermeister Werner Wölfle und der Geschäftsführer der Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG), Helmuth Caesar, am Freitag zwei neue Straßen mit Namen versehen. Diese wurden im Rahmen eines Wettbewerbs von den Bürgern gewählt.

Römerstaffel nennt sich fortan eine Treppe zur Stadtbahnhaltestelle am Kraftwerk Münster, nach einem Vorschlag von Barbara Schärpf. Naheliegend, angesichts der zahlreichen Spuren der römischen Siedlung im Hallschlag. Überraschender scheint hingegen Entscheidung für den neuen Helga-Feddersen-Weg, der die Straße Am Römerkastell mit der Düsseldorfer Straße verbindet. „Ich glaube, nicht nur ich habe mich gewundert, als ich den Namen zum ersten Mal gehört habe“, sagt Wölfle. Annette Arnold begründet ihren Vorschlag: „Ich dachte, Helga Feddersen, die kennt jeder, die mag jeder – also sollte der Weg nach ihr benannt sein.“ Außerdem habe Feddersen zeitweise im Hallschlag gelebt und sei auch dort beerdigt.

Bekannt durch „Ein Herz und eine Seele“

Die 1990 verstorbene Helga Feddersen wird nicht als erstes mit Stuttgart in Verbindung gebracht. Sie war eine Hamburger Volksschauspielerin und Autorin. Neben Rollen am Deutschen Staatstheater und in regionalen Filmen und Serien schrieb sie auch Drehbücher. Bekannt wurde sie durch ihre Rolle in der Fernsehserie „Ein Herz und eine Seele“, ihren wohl größten Hit landete sie gemeinsam mit Dieter Hallervorden: „Du, die Wanne ist voll“ – eine Parodie auf den Grease-Song „You’re The One That I Want“. Nach Stuttgart kam sie durch ihren zweiten Mann Olli Maier, dessen Elternhaus sich Am Römerkastell befindet. Maier erlangte in den neunziger Jahren zweifelhaften Ruhm, als er sich von Prinzessin Erina von Sachsen adoptieren ließ und fortan den Namen „Reinhard Prinz von Sachsen Herzog von Sachsen“ führte.

Helga Feddersen hatte Zeit ihres Lebens mit dem Krebs zu kämpfen, bereits mit 25 Jahren wurde ein Tumor an ihrer Ohrspeicheldrüse entfernt, ihr Gesicht blieb entstellt. Später musste sie sich zwei weiteren Tumoroperationen unterziehen, bis sie im Alter von 60 Jahren, einem Leberkrebsleiden erlag. Einen Tag zuvor hatte sie ihrem Lebensgefährten das Jawort gegeben. Bestattet wurde sie auf dem Steigfriedhof.

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