Straßensanierung im Stuttgarter Bauschutt statt parkender Autos

Von Eva Funke 

Die Straße Am Kräherwald wird Stück für Stück auf Vordermann gebracht. Die Sanierungsarbeiten sind auf mehrere Jahre angelegt.

Altes Baumaterial wird  auf dem Parkplatz an der Straße Am Kräherwald zwischengelagert und dann abtransportiert. Foto: Eva Funke
Altes Baumaterial wird auf dem Parkplatz an der Straße Am Kräherwald zwischengelagert und dann abtransportiert. Foto: Eva Funke

S-Nord - Auf dem Parkplatz zwischen Killesberghöhe und dem Reit- und Fahrverein standen viele Jahre lang Wohnwagen, in denen Prostituierte ihre Freier empfingen. Mit der Messe verschwanden auch die Wohnwagen. Jetzt wundern sich Autofahrer und Passanten, warum auf dem Parkplatz an der Straße Am Kräherwald Berge von abgefrästen Asphaltschichten, Steinen, Sand und Metall lagern. „Das ist ein Zwischenlager für entsorgtes und neues Baumaterial, denn die Straße wird komplett saniert“, sagt Alexander Gass vom städtischen Tiefbauamt.

Die Bauarbeiten dort dauern bereits seit etwa zwei Jahren an. Los ging es im ersten Bauabschnitt 2016 mit der neuen Asphaltierung vom Feuerbacher Weg bis zur Feuerbacher Heide auf einer Strecke von rund 800 Metern. Zusätzlich wurde vom Feuerbacher Weg bis zur Doggenburg ein Radweg angelegt. Die Kosten betrugen etwa 1,6 Millionen Euro. Im darauffolgenden Jahr wurden in einem zweiten Bauabschnitt zwischen Feuerbacher Heide und Doggenburg für 1,7 Millionen Euro auf 750 Metern der Boden verfestigt und ebenfalls der Asphaltbelag erneuert. Außerdem wurde auf der Waldseite der Fußgängerweg um einen Fahrradweg erweitert.

Baumbeete sollen vergrößert werden

Derzeit wird für insgesamt rund 2 Millionen Euro der Abschnitt von der Gustav-Siegle-Straße bis zur Geibelstraße saniert. Dabei wird zunächst auf einer Strecke von 400 Metern Länge die Frostschutzschicht unter dem Asphalt durch Zugabe von Spezialbaustoffen verfestigt. Auf einer Länge von 460 Metern werden dann die beiden oberen Asphaltschichten erneuert. Und es werden außerdem zwei Bushaltestellen so umgebaut, dass sie barrierefrei sind. Begonnen haben die Arbeiten bereits am 3. August. Dafür musste zunächst die Gustav-Siegle-Straße bis zur Gaußstraße voll gesperrt und der Verkehr umgeleitet werden. Seit 15. August ist die Strecke vom Killesberg zum Birkenkopf wieder frei gegeben. Der Gegenverkehr muss allerdings noch umgeleitet werden. Nötig sind die Sanierungsmaßnahmen nach Auskunft des Tiefbauamts, weil die Strecke zum Hauptverkehrsnetz gehört und ziemlich stark ramponiert ist.

Im Zusammenhang mit der Um- und Neugestaltung werden außerdem die Baumbeete vergrößert, der Gehweg wird auf der Seite der Wohnhäuser entsiegelt und der Asphalt durch einen sickerfähigen Belag ersetzt. „Das Wasser muss dann nicht mehr durch die Kläranlage, sondern kann direkt ins Erdreich dringen“, sagt Gass. Läuft alles nach Plan, sollen die Arbeiten bis zum 1. September abgeschlossen sein. Mit diesem dritten Bauabschnitt ist die Rundum-Sanierung der Straße allerdings noch immer nicht abgeschlossen.

„Ausgespart wurde bislang der Bereich zwischen Geibelstraße und Zeppelinstraße sowie die Kreuzung Doggenburg. „Aber die Neu- und Umgestaltung der Straße geht Stück für Stück weiter“, stellt Gass fest. Bislang gibt es jedoch noch nichts Konkretes. In die Planung eingeflossen sind auf Anregung des Bezirksbeirats Nord Überlegungen zu einem e zweiten Übergangsweg über die Kräherwaldstraße, die an der komplexen Kreuzung die Situation vor allem für die Fahrradfahrer verbessern soll.

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