Straßensperren vor dem Schulstart? Gegen die Elterntaxis

Zu viele Eltern fahren ihre Kinder morgens zur Schule. Foto: dpa/Ralf Hirschberger

Verkehrsminister Hermann provoziert wieder mal. Aber mit seinem Plädoyer für sichere Schulwege liegt er richtig, meint Christoph Link.

Niemand ist heuchlerischer als ein Vater oder eine Mutter, die selbst aus welchen Gründen auch immer das eigene Kind zur Schule fährt und gleichzeitig über den gefährlichen Autoverkehr vor den Schultoren klagt. Baden-Württembergs Verkehrsminister Hermann hat die „Elterntaxis“ jetzt als Ärgernis bezeichnet und ihnen den Kampf angesagt. Man sollte Kommunen das Recht erteilen, Straßen auch temporär zu den Zeiten des Schulbeginns zu sperren, sagt Hermann. Ist das nun eine erneute Provokation des rad- und bahnliebenden Landesverkehrsministers gegen das Auto?

 

Das Straßenverkehrsrecht muss kinderfreundlich werden

Nein, ist es nicht. Das eigentliche Anliegen, den Städten und Gemeinden mehr Handhabe zu geben für das Ausweisen von Zebrastreifen, für Tempo 30 und Fahrverbotszonen ist richtig und gut. Mal abgesehen von Durchfallstraßen, wo starke bauliche Maßnahmen zum Schutz von dort liegenden Schulen erforderlich sind – wer sonst hat denn mehr Kompetenz in der Abwägung von verkehrspolitischen Interessen eines Stadtviertels als eine Kommune? Das Straßenverkehrsrecht muss kinderfreundlich werden. Einen Zebrastreifen vor einer Schule anzulegen, darf kein Hexenwerk mehr sein.

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