Lufthansa Verständnis für den Streik fällt schwer
Der Streik der Gewerkschaft Ufo findet zu Recht wenig Verständnis, kommentiert Klaus-Dieter Oehler. Die Beteiligten sollten ihre Rolle lieber intern klären.
Der Streik der Gewerkschaft Ufo findet zu Recht wenig Verständnis, kommentiert Klaus-Dieter Oehler. Die Beteiligten sollten ihre Rolle lieber intern klären.
Frankfurt - Seit mehr als fünf Jahren wird die Lufthansa vergleichsweise häufig durch Streiks lahmgelegt. Mal sind es die Piloten, dann das Bodenpersonal oder die Sicherheitskräfte und immer wieder auch das Kabinenpersonal. Betroffen sind – fast immer – Tausende von Passagieren. Betroffen ist aber auch immer das Unternehmen selbst. In dem Gewerkschaftswirrwarr bei der Lufthansa behalten selbst erfahrene Beobachter kaum noch den Durchblick.
Bei dem aktuellen Streit geht es um die Frage, ob Ufo eine funktionierende Gewerkschaft ist (was die Lufthansa bezweifelt) oder ob das Management nicht vielmehr mit der großen Dienstleistungsgewerkschaft Verdi verhandeln sollte (was diese gerne sehen würde). Ufo selbst hat zu dieser Verwirrung beigetragen, weil die Organisation sich selbst zerrissen hat – mehrere ihrer Vorstandsmitglieder haben bereits die Segel gestrichen. Es fällt daher schwer, Verständnis für den erneuten Streikaufruf zu haben. Beide Seiten, Management und vor allem die Gewerkschaften, sollten zunächst intern Klarheit schaffen, bevor sie ihre Auseinandersetzung wieder auf dem Rücken der Passagiere austragen. In diesen turbulenten Zeiten gefährden solche Streiks auch die eigenen Arbeitsplätze.