Streik in Frankfurt Flugfeldlotsen haben Chaos verursacht

„Annuliert“ ist das Schlagwort des Tages auf dem Frankfurter Flughafen. Foto: dpa
„Annuliert“ ist das Schlagwort des Tages auf dem Frankfurter Flughafen. Foto: dpa

Der Warnstreik von fast 200 Vorfeldkontrolleuren auf dem Frankfurter Flughafen wirkt sich auch in Stuttgart aus.

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Frankfurt - Wegen des Lotsenstreiks auf dem Vorfeld des Frankfurter Flughafens sind am Donnerstag bundesweit zahlreiche Flüge gestrichen worden. Bis zum frühen Abend fielen allein in Frankfurt 75 Landungen und 85 Starts aus. Für Freitag hat die Lufthansa 250 Flüge aus dem Programm genommen. Denn die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) macht Druck. „Wenn es kein Einsehen gibt, werden wir auch am Freitag von acht bis 22 Uhr die Arbeit niederlegen“, sagte ein Sprecher.

Bei dem Arbeitskampf geht es um die Arbeitsbedingungen und Gehälter der rund 200 Beschäftigen, die als Verkehrsdisponenten, Vorfeldlotsen oder Flugzeug­einweiser arbeiten. Deren Arbeit sei durch die Eröffnung der vierten Landebahn wesentlich anspruchsvoller geworden, argumentiert die GdF. In den Tarifverhandlungen hatte die Gewerkschaft daher eine deutliche Aufstockung der Gehälter gefordert. Auch eine Schlichtung war erfolglos geblieben: Der Flughafenbetreiber Fraport lehnte den Schlichterspruch des Hamburger CDU-Politikers Ole von Beust ab.

Mitarbeiter mobilisiert, um die Folgen zu lindern

Fraport und die Fluggesellschaften hatten sich nach der Ankündigung der Gewerkschaft auf den Streik vorbereitet und zusätzliche Mitarbeiter mobilisiert. Im innerdeutschen Verkehr könnten die Reisenden auf die Bahn ausweichen, erklärte ein Lufthansa-Sprecher. In Europa versuche man, die Verbindungen soweit möglich aufrechtzuerhalten. Keine Einschränkungen sollte es im interkontinentalen Verkehr ­geben. Reisende sollten sich auf jeden Fall rechtzeitig mit ihrer Fluggesellschaft in Verbindung setzen.

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sieht seine Forderung nach einer gesetzlich geregelten Tarifeinheit durch den Streik bestätigt. Kleinere Branchengewerkschaften könnten an solch kritischen Punkten großen gesellschaftlichen Schaden anrichten, rügte er in Berlin und verwies darauf, dass es für die Flughafenbeschäftigten insgesamt einen gültigen Tarifvertrag gebe.

„Das Streikrecht wird ad absurdum geführt“

Auch der Bundesverband der Luftverkehrswirtschaft (BDL) hält den Streik der Vorfeldkontrolleure für überzogen. „Dass 200 der 20.000 Beschäftigten des Flughafens versuchen, den ganzen Betrieb lahmzulegen, ist nicht akzeptabel und führt das Streikrecht ad absurdum“, sagte BDL-Präsident Klaus-Peter Siegloch. Eine Minigruppe nehme Zehntausende von Fluggästen in Geiselhaft. Siegloch appellierte an die Regierung, das Problem von Minigewerkschaften in wichtigen Infrastrukturbereichen gesetzlich zu regeln. Bereits im Herbst hatten die Fluglotsen der Flugsicherung mit Streiks gedroht, der in letzter Minute gerichtlich unterbunden wurde. Bisher hat Fraport im aktuellen Streit auf juristische Mittel verzichtet.

Unsere Empfehlung für Sie