Streit ehemaliger Black Jackets in Ludwigsburg Bewährungsstrafe für Ex-Rocker-Chef

Von Bartek Langer 

Sie waren Mitglieder der früheren türkischen Rockerbande Black Jackets und haben den Besitzer einer Shisha-Bar in Leonberg bedroht. Dafür sind sie jetzt verurteilt worden.

Die Black Jackets galten als gewaltbereit, wie Waffenfunde bei einer Razzia belegen. Foto: dpa
Die Black Jackets galten als gewaltbereit, wie Waffenfunde bei einer Razzia belegen. Foto: dpa

Ludwigsburg - Wegen versuchter räuberischer Erpressung, Körperverletzung und versuchter Nötigung sind zwei Männer aus dem Kreis Ludwigsburg zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Einer der beiden – ein Präsident der inzwischen aufgelösten Rockervereinigung Black Jackets – wurde zu einem Jahr und acht Monaten Gefängnis verurteilt. Sein Komplize, der wegen Beihilfe vor Gericht stand, kam mit zehn Monaten davon. Außerdem müssen die Männer Geldstrafen von 900 Euro und 1500 Euro zahlen.

Im Fokus der Verhandlung am Amtsgericht Leonberg stand ein Streit zwischen dem Ex-Chef der Black Jackets und seinem ehemaligen Geschäftspartner, mit dem er im Frühjahr 2015 eine Shisha-Bar in Leonberg eröffnet hatte. Der Ludwigsburger brachte 15 000 Euro ein, sein Partner 80 000 Euro. Bereits zwei Monate später lösten sie die Partnerschaft einvernehmlich auf. Der Ludwigsburger bekam 25 000 Euro und erklärte, dass er auf weitere Ansprüche verzichte. Doch Ende 2016 wollte er mehr Geld haben und ließ seiner Forderung massive Drohungen und körperliche Attacken folgen.

Beim Hallenbad eine Abreibung verpasst

Im Oktober suchte er mit seiner Entourage die Bar auf, um „den Boden dafür vorzubereiten, was noch passieren kann und auch passierte“, wie es Richterin Sandra De Falco beschrieb. Die Gäste wurden hinausgeworfen, die Mitarbeiter bedroht, und sie bezahlten auch nicht für ihre Getränke. Einen Tag später bestellte er seinen früheren Geschäftspartner auf den Hallenbad-Parkplatz und verpasste ihm eine Abreibung. Dabei forderte er ihn auf, weitere 5000 Euro zu zahlen, ansonsten würde er ihm „die Stuttgarter Kurden auf den Hals schicken“, wie das Opfer erzählte.

Wenig später kam es zu einer weiteren Drohung vor der Bar. Der Ludwigsburger forderte von dem Geschädigten, den Laden zu verkaufen und ihm 50 000 Euro zu geben. Andernfalls würde er „maskierte Leute mit Macheten vorbeischicken“. Nach dem letzten Gespräch im Dezember, bei dem der Mann ankündigte, „den Krieg von Ludwigsburg nach Leonberg zu holen“, sollte es nicht zu einer Einigung kommen, wurden er und sein Kumpel verhaftet – die beiden kamen in Untersuchungshaft.

Hohe kriminelle Energie

Die Richterin sprach bei dem Ex-Chef der Black Jackets von einer „hohen kriminellen Energie“. „Es ging Ihnen darum, die berufliche Existenz Ihres früheren Geschäftspartners kaputt zu machen“, sagte sie und vermutete, dass noch mehr hätte passieren können, wenn die beiden nicht festgenommen worden wären. Mit seinem Urteil war das Gericht aber unter der Forderung der Staatsanwaltschaft geblieben.

Diese hatte für beide eine Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten beantragt – nicht zuletzt wegen der Vorstrafen. Der Auszug aus dem Bundeszentralregister listete neben räuberischer Erpressung auch Körperverletzung, Bedrohung, Verstöße gegen das Waffengesetz und Hehlerei auf.

Der Inhaber der Shisha-Bar hatte in der Verhandlung gesagt, dass er Angst um sein Geschäft hatte. Der Mann sprach von finanziellen Einbußen, weil die Kunden weggeblieben waren. Die Drohungen des früheren Bandenchefs habe er ernst genommen. „Aufgrund Ihrer Vergangenheit hatte er auch allen Grund dazu“, sagte Richterin De Falco zu dem Ludwigsburger.




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