Gemeinderat in Stuttgart Streit bei der AfD geht in die nächste Runde

Von Josef Schunder 

Bei der AfD im Stuttgarter Gemeinderat geht es weiterhin drunter und drüber: Der Nachfolger des Bundestagsabgeordneten Lothar Maier will nicht der Fraktion angehören. Stadtrat Brett liegt nach einem Streit in einer Klinik.

AfD-Stadtrat Brett (re.) liegt nach einer Konfrontation mit gesundheitlichen Problemen im Krankenhaus, Fraktionskollege Maier verabschiedet sich nach Berlin. Foto: Leif Piechowski
AfD-Stadtrat Brett (re.) liegt nach einer Konfrontation mit gesundheitlichen Problemen im Krankenhaus, Fraktionskollege Maier verabschiedet sich nach Berlin. Foto: Leif Piechowski

Stuttgart - Die AfD-Fraktion im Rathaus ist für den früheren Fraktionschef und den vor dem Ausscheiden aus dem Gemeinderat stehenden Lothar Maier „schon Geschichte“. Und auch der amtierende Fraktionschef Bernd Klingler rechnet damit, dass man vom 23. März an nur noch eine Gruppierung sein wird. Er nimmt an, dass die Vollversammlung am 22. März die Zustimmung gibt, damit sich Maier auf seine Arbeit als Bundestagsabgeordneter konzentrieren kann. Der Scheidende selbst sagte, er habe per Brief bereits die Zustimmung beantragt. Das Schreiben habe er am Montag vergangener Woche abgesendet, möglicherweise sei es erst am Dienstag in den Postumlauf gekommen, aber spätestens am Donnerstag hätte es im Rathaus ankommen müssen. Dort suche man es jetzt innerhalb der Verwaltung. Dass OB Fritz Kuhn (Grüne) Maiers Abschied einleitet, scheint aber nur noch eine Frage von Tagen zu sein.

Gesundheitliche Probleme nach Konfrontation

Als Nachrücker hält sich Walter Schupeck bereit, der 2014 auf der AfD-Liste kandidierte, nun aber den Liberal-Konservativen Reformern (LKR) angehört. Ob er mit den AfD-Stadträten Bernd Klingler und Eberhard Brett sowie dem im Streit aus der AfD, aber nicht aus der Fraktion ausgetretenen Heinrich Fiechtner zusammenarbeiten will, war bisher ungewiss. Am Wochenende hat Klingler es sondiert. Ergebnis: „Ich habe keine Hoffnung, dass Herr Schupeck in die Fraktion eintritt.“ Ob man mit ihm eine sogenannte Zählgemeinschaft bilden kann, mit der man die Verteilung von Ausschusssitzen beeinflussen kann, müsse man sehen. Freilich hat auch Brett nach monatelangem internem Streit schon erklärt, er wolle nicht in einer Fraktion mit Fiechtner bleiben. Das bedeutet, dass Schupeck und Brett künftig Einzelstadträte sein könnten: Oder dass die beiden eine Gruppierung bilden, Klingler und Fiechtner eine andere.

Seit Tagen gibt es aber Gerüchte, Brett werde ganz hinwerfen. Klingler konnte am Montag nur eines bestätigen: Dass Brett am Sonntag in Fulda wegen akuter gesundheitlicher Probleme in eine Klinik eingeliefert worden sei. Zuvor habe es bei einer AfD-Veranstaltung eine Konfrontation mit dem Bundestagsabgeordneten Dirk Spaniel aus Stuttgart gegeben.

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