Streit in Stuttgart-Wangen Lokalpolitiker lehnen neue Straßenlaternen ab

Von Mathias Kuhn 

Die Stuttgart Netze Betriebsgesellschaft will die Straßenbeleuchtung in der Ulmer Straße erneuern. Getestet werden neue Leuchten – die missfallen jedoch dem Bezirksbeirat. Er will, dass die Kandelaber erhalten bleiben.

Der Bezirksbeirat hält an den bestehenden  Kandelabern fest. Foto: Mathias Kuhn
Der Bezirksbeirat hält an den bestehenden Kandelabern fest. Foto: Mathias Kuhn

Wangen - Seit Mitte Februar beleuchten im Bereich des Rewe-Markts moderne LED-Straßenlaternen die Ulmer Straße – probeweise. Im Herbst hatte die Stuttgart Netze Betriebsgesellschaft angekündigt, dass sie die seit Jahren in der Ortsmitte stehenden Kandelaber ersetzen will. Einige seien nicht mehr standsicher – teilweise seien sie von Last- oder Personenwagen angefahren worden, teilweise habe die Standsicherheit durch Bauarbeiten oder Witterung gelitten. Nun will der Energieversorger die alte Straßenbeleuchtung auf moderne LED-Technik umstellen, um Strom zu sparen. Eine Umrüstung der Kandelaber sieht der Versorger nicht vor, die Kandelaber müssten ausgetaucht werden, heißt es. Statt der Bogenlampen wurden daher an einigen Standorten im Bereich des Herma-Areals verschiedene Versionen der neuen Leuchten an den Straßenrand gesetzt – als Ansichtsexemplare. Bei einem Vororttermin schauten sich die Bezirksbeiräte die Lampen, die Ausleuchtung und die Standorte an – und waren wenig begeistert. Auf Antrag der CDU-Fraktion diskutierten die Lokalpolitiker in der vergangenen Sitzung über den Versuch.

Zu hässlich, zu grell

Eindeutiges Votum: Die Bezirksbeiräte lehnen die „ Kleinlampen auf hohen Stelzen“, so CDU-Bezirksbeirat Marijan Laszlo, kategorisch ab. „Sie sind hässlich und das LED-Licht viel zu grell“, stimmte SPD-Bezirksbeirat Volkmar Mäckle der Einschätzung zu. Die LED-Lampen sind fast einen Meter höher als die Kandelaber. Dadurch würden die Blätter der Platanen und nicht der Gehweg beleuchtet. „Wir müssen auch darauf achten, dass die Beleuchtung nicht in die Wohnungen der benachbarten Gebäude strahlt“, mahnte Mäckle.

Einstimmig beschlossen die Lokalpolitiker, dass auf die neuen Straßenleuchten verzichtet werden soll. Das Energieunternehmen solle prüfen, ob und wie viele der alten Kandelaber man behalten und wie man diese mit energiesparender LED-Technik nachrüsten kann. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies im Vergleich zur Aufstellung einer neuen Lampe einen größeren Aufwand bedeutet“, so Laszlo. Wünschenswert, so die Bezirksbeiräte, wäre zudem ein mehr ins Gelb gehendes LED-Licht. Wichtig ist dem Bezirksbeirat auch die richtige Ausleuchtung des Gehwegs. Ein Vertreter des Energieunternehmens soll in eine der nächsten Bezirksbeiratssitzungen die Möglichkeiten erläutern.

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