Streit um den Schlossplatz 2024 OB Frank Nopper wehrt sich gegen die Kritik des Jazz Open-Chefs

Die Jazz Open sind zu einem Streitfall geworden. Foto: /Reiner Pfisterer

Der Streit um den Schlossplatz nimmt an Schärfe zu. Auf die Kritik von Jazz Open-Chef Jürgen Schlensog an der Stadt erklärt OB Frank Nopper: „Die persönlichen Angriffe sind der Sache abträglich.“ Derweil äußert sich der katholische Stadtdekan pro Jazz.

Stadtleben/Stadtkultur: Uwe Bogen (ubo)

Die Überschneidungen von Fanfest und Jazz Open betreffen nur das Halbfinale und Finale der Fußball-EM im Sommer 2024. Bis zum Viertelfinale, das in Stuttgarter gespielt wird, steht für das Public Viewing der Schlossplatz uneingeschränkt zu Verfügung. OB Frank Nopper (CDU) hält es für ein „Trauerspiel“, wenn für das Fanfest nicht auch der Ehrenhof bis zum Ende der EM zur Verfügung stünde. Daraufhin erklärte Jürgen Schlensog, der Promoter der Jazz Open, am Samstag gegenüber unserer Zeitung: „Es ist eine Schande, wie die Stadt mit uns umgeht.“

 

Frank Nopper hat den Ball aufgenommen – und er schießt am Montag zurück. „Die persönlichen Angriffe von Herrn Schlensog auf mich, aber indirekt auch auf alle Fußball-Anhänger und Wasen-Fans, sind ausgesprochen bedauerlich“, erklärt der Rathauschef, „sie sind der Sache abträglich und sie machen die Terminkollision von Jazz Open und Fußball völlig unnötigerweise auch zu einer persönlichen Kollision.“

Und weiter heißt es in der Erklärung aus dem Rathaus: „Es geht nicht darum, die Jazz Open gegen die Fußball-EM auszuspielen. Die Jazz Open sind eine wunderbare Veranstaltung. Aber das Jahr 2024 ist für Stuttgart als Gastgeberstadt der Uefa ein ganz besonderes Jahr. Wir wollen als Stadt die Voraussetzungen dafür schaffen, das Sommermärchen der Fußball-WM 2006 zu wiederholen. Deswegen wollen wir mit allem Respekt vor den Jazz Open und aller Anerkennung ihrer großen Leistung für den Jazz in Deutschland und den Musikstandort Stuttgart terminliche oder örtliche Alternativen für das Festival ausloten – mit dem Ziel, sowohl das Public Viewing als auch die Jazz Open zu ermöglichen.“

Nopper fordert erneut „ein klärendes Gespräch aller Beteiligten“

Der OB bekräftigt seine Forderung, dass es „jetzt definitiv ein klärendes Gespräch mit allen Beteiligten“ geben sollte: mit dem Landesfinanzminister als dem Verantwortlichen für den Schlossplatz, dem Stuttgarter Oberbürgermeister, dem Veranstalter der Jazz Open und der städtischen Veranstaltungsgesellschaft in.Stuttgart. Finanzminister Danyal Bayaz (Grüne), fordert Nopper, müsse „nunmehr seine bisher geübte Zurückhaltung aufgeben und sagen, was im Sommer 2024 auf dem landeseigenen Schlossplatz stattfinden soll“.

Aus dem Finanzministerium heißt es: Kompromiss wurde schon 2022 beschlossen

Sebastian Engelmann, der Sprecher des Finanzministeriums, erklärt, dass man sich bereits im vergangenen Herbst mit allen Beteiligten auf einen Kompromiss geeinigt habe: Dass nämlich beide Großveranstaltungen auf dem Schlossplatz stattfinden könne, in dem man etwa die Tribünen der Jazz Open gemeinsam nutzt. Von diesem Kompromiss wolle die Stadt nun plötzlich nichts mehr wissen.

Wie zu hören ist, wird es bereits am 31. Mai erneut ein Gespräch mit allen Beteiligten im Finanzministerium geben. Danach, so wird erwartet, wird Finanzminister Bayaz ein Machtwort sprechen. Seine bisherige Haltung war, dass die Jazz Open gesetzt sind.

Stadtdekan Hermes fürchtet, Nopper sei „einfach nicht gut informiert“

Unterdessen hat der katholische Stadtdekan Christian Hermes klar Stellung für die Jazz Open bezogen. Auf seiner Facebook-Seite schreibt er: „Ich fürchte, dass Frank Nopper einfach noch nicht gut informiert wurde, welche Bedeutung der Jazz Open mit den verschiedenen Orten und Bühnen in der City seit nun 30 Jahren für die Kultur in Stuttgart und weiter darüber hinaus hat – übrigens auch mit einem Konzert in der Domkirche St. Eberhard Stuttgart.“

Für die Kultur erklärt Michael Panzer alias Frl. Wommy Wonder: „Wir haben während der Pandemie schon gesehen, dass König Fußball regiert und alle möglichen Sonderbehandlungen erfährt, während Kultur stiefmütterlich behandelt wird.“ Diese Serie dürfe sich nicht fortsetzen. Bis zum Viertelfinale könnten die Fußballfans doch uneingeschränkt zwischen Schloss und Königsbau feiern. Sollte es Deutschland nicht ins Halbfinale oder Finale schaffen, könnte ein leerer Platz beim Public Viewing zum „Trauerspiel“ werden, für das man die Jazz Open nicht opfern dürfe.

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