Streit um Facebook-Seite von Strache Ex-Chef droht der FPÖ mit Klage

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Nachdem Heinz-Christian Strache seinen Rückzug aus der Politik bekanntgegeben hat, ist ein Streit um seine offizielle Facebook-Seite entbrannt. Nun verschärft sich die Gangart des Ex-FPÖ-Chefs gegen seine ehemalige Partei.

Straches Stern ist innerhalb weniger Monate komplett erloschen. Foto: AP/Michael Gruber
Straches Stern ist innerhalb weniger Monate komplett erloschen. Foto: AP/Michael Gruber

Stuttgart - Heinz-Christian Strache ist verärgert. Seine Facebook-Fanseite, die bis vor Kurzem noch der reichweitenstärkste Polit-Account Österreichs war, kann nicht mehr von ihm gesteuert werden. Nach dem Ibiza-Skandal wurden Strache die Admin-Rechte für seine damals noch 790 000 Follower entzogen – und er konnte nur noch als „Redakteur“ auf den Account zugreifen. Alle Beiträge wurden vor der Veröffentlichung von der FPÖ geprüft. Doch damit ist nun Schluss. Seine ehemalige Partei hat ihm alle Rechte entzogen und wollte die Seite sogar mit ihrem eigenen Account zusammenlegen.

Offensive Attacken gegen Ex-Partei

Was folgt, ist ein öffentlich ausgetragener Streit in den sozialen Medien, den Strache von seinem privaten Profil mit etwa 50 000 Abonnenten aus führt. Wie die Recherche-Plattform „FPÖ Fails“ dokumentiert, attackiert Strache seine ehemaligen Parteikollegen offensiv – und oftmals auch weit nach Mitternacht. „Ich habe die Seite erstellen lassen“, Meine Seite, die die FPÖ unterstützt hat“, „Es ist meine Seite mit meinem Namen und meinen Bildern“ – und „Meine Seite und mein Einsatz hat die FPÖ von 3% auf über 26% gebracht!“

Während Strache wütet, hat auch seine ehemalige Partei ihre Probleme mit Facebook. Der Tech-Riese hat der FPÖ untersagt, Straches Seite mit ihrem eigenen Partei-Account zusammenzulegen. Straches Anwalt hat der FPÖ unterdessen eine Frist bis Freitag gesetzt. Wenn seine ehemaligen Parteikollegen die Zugangsdaten bis dahin nicht herausgeben, soll ein Gericht die Causa klären. Das Problem: Die FPÖ ist im Impressum der „HC Strache“-Seite als Medieninhaberin vermerkt – und finanzierte den Account auch jahrelang. Bekommt die Partei die alleinige Urheberschaft an Straches Seite, könnte dieser seinen Ex-Kollegen verbieten, unter seinem Namen Werbung für die Partei zu machen. Die FPÖ hat sich dazu vorerst nicht geäußert.

Überholt wurde Strache übrigens von Sebastian Kurz. Bereits seit Mai 2019 hat der Account des ÖVP-Chefs und Wahlsiegers etwa 800 000 „Gefällt mir“-Angaben.