Streit um Obertürkheimer Bahnhof Kampf um Mühle und Cap-Märkte

Die Denkmalschützer hatten Anfang der 80er- Jahre erklärt, das aus dem Jahr 1734 stammende Giebelhaus „Alte Mühle“ in Obertürkheim sei nicht erhaltenswert. Auch der damalige OB Manfred Rommel schloss sich dieser Meinung an. 1985 gründete sich dann eine Bürgerinitiative, die auf die heimatgeschichtliche Bedeutung und die Mühlentradition hinwies. Letztlich entschied Regierungspräsident Manfred Bulling zu Gunsten des Erhalts des kleinen Giebelgebäudes. Rund um die Alte Mühle, seinerzeit ein gefürchteter Rockertreff, rückten die Bagger an.

Jahrelang hat es in der Obertürkheimer Ortsmitte keinen Lebensmittelmarkt mehr gegeben. Die Lücke schloss erst die Markt & Service gGmbH der Caritas mit dem Cap-Markt, dessen Sortiment zu 90 Prozent von Edeka stammt und in dem Menschen mit Behinderung beschäftigt sind. Die Zukunft ist aber unsicher, weil der Laden unwirtschaftlich wäre, wenn das Pendant in Untertürkheim schließen müsste. Das droht, falls dort ein Aldi eröffnen würde und mit Billigpreisen dem Cap-Markt die Kunden wegnehmen würde. Ein Gutachten der städtischen Wirtschaftsförderung bestätigt negative Auswirkungen. Der Schauspieler und Regisseur Christoph Hofrichter kämpft in seinem Heimatort Obertürkheim gegen die Pläne mit den gleichen Waffen wie vor 30 Jahren – er schreibt Dienstaufsichtsbeschwerden. Diese werden – wie damals – zurückgewiesen.




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