Streit um Stellplätze in der Stuttgarter City Nicht jedes Parkhaus zählt
Es mangelt der City nicht an Stellplätzen, sondern an Sauberkeit und Fußgängerzonen.
Es mangelt der City nicht an Stellplätzen, sondern an Sauberkeit und Fußgängerzonen.
Die politische Ära von Bernd Klingler ist längst Geschichte, sein Mantra: „Der Kofferraum ist der größte Einkaufskorb“ lebt weiter. Die ehemaligen Gemeinderatskollegen von FDP, CDU und AfD haben es übernommen und machen samt OB Frank Nopper nun damit fleißig Wahlkampf.
Die Argumente gegen eine mit großer Mehrheit beschlossene Reduzierung der Stellplätze im innersten Kern der City – nicht umsonst hat man das Konzept „Lebenswerte Innenstadt“ genannt – sind schon deshalb nicht nachvollziehbar, weil in den rund 30 Parkhäusern und Tiefgaragen die Auslastung meist unterdurchschnittlich ist. Problematisch ist allein die Suche danach. Es ist also völlig unschädlich, wenn das eine oder andere Angebot vom Markt verschwindet, wie die Verwaltung nun selbst mit Verweis auf die weiträumigen Bereichssperrungen während der Fußball-EM feststellt.
Außerdem herrscht doch seit Jahren Einmütigkeit, dass die Innenstadt für die Kunden von Gastronomie und Handel umso attraktiver ist, je seltener man sich als Passant an falsch parkenden Fahrzeugen vorbeiquetschen muss. Die Bedürfnisse von Fußgängern sind das Maß der Dinge, zu diesen mutieren bekanntlich auch alle Autofahrer, sobald sie ihr Vehikel verlassen haben. Sie haben in erster Linie ein Bedürfnis nach mehr Sauberkeit, Sicherheit und für sie reservierte Zonen – um diese Defizite sollten sich die Parkplatz-Verteidiger im Rathaus kümmern.