Streit um Stuttgarter Blumengroßmarkt Alle warten auf das Urteil des Gerichts

Von Frank Rothfuss 

Die Stuttgarter Stadträte sind von der Eskalation des Streits um den Blumengroßmarkt überrascht. Sie glauben, vor der Gerichtsverhandlung wird kein Kompromiss mehr möglich sein.

Eine Halle des Blumengroßmarkts Foto: Lichtgut/Julian Rettig
Eine Halle des Blumengroßmarkts Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Stuttgart - Der Zwist zwischen den Genossen des Blumengroßmarkts und den Märkten Stuttgart wird nur ein Gericht lösen können. So vermuten es die Stuttgarter Stadträte. Und zerschlagen damit die Hoffnung der Genossenschaft auf Hilfe des Gemeinderats bei der Suche nach einem Kompromiss noch vor der Verhandlung am Stuttgarter Landgericht am Dienstag, 3. März.

Fritz Currle (CDU) ist als Wengerter ja vom Fach. Zudem hat er einst selbst Obst und Gemüse auf dem Großmarkt in Wangen verkauft. Er hat bereits mit den Vorständen des Blumengroßmarktes Kontakt aufgenommen und sich die Situation aus deren Sicht erklären lassen. Aber er fürchtet: „Das Kind ist in den Brunnen gefallen, ich glaube, dass wir da als Stadträte nichts mehr machen können.“ Die Räumungsklage sei zugestellt, ein Gerichtstermin anberaumt, „die Verhandung wird man nun abwarten müssen“.

Der Blumengroßmarkt fürchtet um seine Existenz

Gabriele Nuber-Schöllhammer (Grüne) sitzt im Aufsichtsrat der Märkte Stuttgart und im Wirtschaftsauschuss des Gemeinderats. „Wie uns das erklärt wurde, erschien das Vorgehen der Märkte Stuttgart plausibel“, sagt sie, nach langen Verhandlungen habe es offenbar keine Diskussionsgrundlage mehr gegeben. Sie selbst möchte das nicht bewerten, „aber ich hoffe immer noch, dass es zu einer Einigung kommt“. Auch Kollege Stefan Conzelmann (SPD) kann sich daran erinnern, als der Streit und das Vorgehen der Märkte Stuttgart im Aufsichtsrat besprochen wurde. „Ich nahm den Eindruck mit, dass die Märkte Stuttgart nichts unversucht gelassen haben, um zu einer außergerichtlichen Einigung zu kommen“, sagt er. Auch er setzt darauf, dass die Verhandlung „zu einem Erkenntnisgewinn führt“ und es Bewegung gibt, wenn sich andeutet, wie das Urteil lauten könnte.

Der Blumengroßmarkt ist als Genossenschaft organisiert, getragen von 50 Mitgliedern mit 300 Mitarbeitern. Das sind größtenteils Gärtner aus der Region, die ihre Pflanzen und Blumen auf dem Großmarkt in Wangen anbieten. Die Genossenschaft zahlt 25 000 Euro Miete im Monat an die Märkte Stuttgart. Sie betreibt zwei eigene Vermarktungshallen, eine gepachtete Vermarktungshalle und eine eigene Kundenladehalle. Seit 51 Jahren ist sie in eigener Regie für den Handel mit Pflanzen und Blumen zuständig und fürchtet nach der Räumungsklage der Stadt um ihre Existenz.




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