Streuobstlandschaft im Kreis Böblingen Einsatz im Grünen: Rettungsplan für Streuobstwiesen
Wie bringt man die Streuobstbestände im Kreis Böblingen wieder nach vorne? Der Nürtinger Professor Christian Küpfer hat dazu einen Plan entwickelt.
Wie bringt man die Streuobstbestände im Kreis Böblingen wieder nach vorne? Der Nürtinger Professor Christian Küpfer hat dazu einen Plan entwickelt.
Streuobst prägt zwar die Kulturlandschaft in Kreis Böblingen, doch sind die Bestände abgängig. Zwei Gründe dafür nannte Christian Küpfer, Professor an der Hochschule Nürtingen-Geislingen, dem Umweltausschuss des Böblinger Kreistages in seiner jüngsten Sitzung: Mangelnde Pflege und der Flächenbedarf der Kommunen.
In der Sitzung stellte Christian Küpfer die Streuobstkonzeption des Landkreises vor. Seine Idee ist es, die Streuobstbestände durch Fördern und Fordern zu sichern, den Obstbauern die Arbeit zu erleichtern, das Obst zu vermarkten und die Öffentlichkeit besser zu informieren.
Sicher ist, dass kaum ein anderer Landkreis so viel für das Streuobst tut, wie der Kreis Böblingen. Die Wahl der Streuobstkönigin, die Direktvermarktung, die Fachberatung, die Ausbildung von Streuobstpädagogen und vieles mehr stehen auf der Agenda des Kreises.
Und auch bei der finanziellen Förderung ist der Kreis zur Stelle und schießt pro Baum 20 Euro zu. Im Konzept Küpfers stecken viele Ideen: In Zusammenarbeit mit einer qualifizierten Baumschule könnten Sammelbestellungen abgegeben werden um einen bessern Preis pro Baum zu erzielen, in einem Gerätepool könnten Balkenmäher oder Auflesemaschinen verliehen werden und die Grasnarbe unter den Bäumen könnte besser verwertet werden.
Beim Thema Obstbaumschnitt könnten die Kommunen oder der Landkreis Anlieferplätze am Rand der Streuobstgebiete ausweisen und die Abholung in den Mitteilungsblättern veröffentlichen. Kommunal organisiert werden, könnte die Ausbildung von Fachwarten und der Obstbaumschnitt, eventuell sogar mit einer Vergütung.
So könnte die Aufwertung oder die Erhaltung von Streuobstwiesen auch als Ausgleichsmaßnahme für den Naturschutz dienen. Als besonders wichtig sieht Christian Küpfer deswegen die Öffentlichkeitsarbeit an, auch um die Motivation der Bewirtschafter zu steigern.
Das Ziel des Landkreises sollte es also sein, Obstbäume zu pflegen und nachzupflanzen, das Grünland zu nutzen und extensiv zu wirtschaften. Es sollten Altgrasinseln stehen bleiben oder Reisighaufen, Totholz sollte erlaubt sein, Säume, Böschungen und Trockenmauern sollten erhalten bleiben, weil diese Strukturen die Biodiversität enorm erhöhen.
Der Umweltausschuss nahm das Konzept zur Kenntnis. Andreas Kindler (CDU) regte darüber hinaus an, innerhalb der Streuobstbestände auf die Bekämpfung von Misteln zu achten.