Streuobstwiese bei Warmbronn Trollblume ist nicht einziger Streitpunkt

Von Ulrike Otto 

Die Trollblume und deren Verschwinden sind nicht der einzige Streitpunkt. „Wir wollen, dass die massive Gülleverklappung durch Herrn Gommel aufhört“, sagt Werner Müller. „Seitdem gibt es dort keine Laubfrösche mehr, keine Heuschrecken, die Maulwürfe sind abgewandert. Es gibt schlicht nichts mehr, was noch schützenswert wäre“, sagt der Warmbronner. Dafür habe sich die Herbstzeitlose ausgebreitet, die für Tiere allerdings giftig ist, etwa wenn sie ins Grünfutter von Pferden und Kühen gerät.

„Die Farbe des Grases weist eher daraufhin, dass Herr Gommel extensiv düngt. Würde er intensiver düngen, wäre das Gras dunkelgrün und nicht gelblich-grün“, erklärt Michael Kübler, der für die Stadt Leonberg die Naturdenkmale kontrolliert. Auch die Herbstzeitlose sei ein Indiz dafür, da diese Pflanze eine starke Düngung nicht vertrage. Für das Verschwinden der Trollblume sei eben die mangelnde Feuchtigkeit ausschlaggebend. Deshalb seien auch keine Laubfrösche mehr dort zu finden.

In den Schreiben an die Behörden hat Müller zudem dem Bauern vorgeworfen, eine geschützte Hecke in dem Gebiet unerlaubt gekürzt, spätabends heimlich Gülle auf der Streuobstwiese verklappt und Gräben stellenweise zu betoniert zu haben, um mit seinem landwirtschaftlichen Geräten besser auf seine bewirtschaftete Fläche gelangen zu können. Zudem müssten solche Wiesen in irgendeiner Art bewirtschaft werden. „Sonst würden sie verbuschen oder sogar zu Wald werden“, sagt Michael Kübler. Die Streuobstwiesen seien auch kein Naherholungsgebiet und dürfen in der Vegetationsphase von März bis September nicht betreten werden.

Was die Hecke betreffe, so hätten Luftaufnahmen gezeigt, dass diese nicht kürzer sei als in vergangenen Jahren. Jedoch habe ein umgestürzter Baum ein Loch gerissen. Für die Zugänge zur Streuobstwiese sei die Stadt Leonberg zuständig, habe dies aber vergessen, als sie die Zuwege erneuert habe. Deshalb habe der Bauer dies selbst erledigt. Der Graben sei auch nicht zubetoniert, sondern verdohlt; das Regenwasser kann also fließen, teilt die Verwaltung mit.