Strohgäubahn Feuerbach soll wieder Endstation werden

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Seit 2012 fährt die Strohgäubahn nicht mehr bis in den Stuttgarter Stadtteil. Der Gemeinderat fordert, dass die Bahnstrecke wieder bis dorthin verlängert wird. Doch dass dies so schnell passiert, glaubt nicht mal der Bürgermeister.

Geht es nach dem Hemminger Gemeinderat, sollte die Strohgäubahn wieder nach Stuttgart-Feuerbach fahren, um die S-Bahnen zu entlasten. Foto:  
Geht es nach dem Hemminger Gemeinderat, sollte die Strohgäubahn wieder nach Stuttgart-Feuerbach fahren, um die S-Bahnen zu entlasten. Foto:  

Hemmingen - Die Strohgäubahn soll wieder bis Stuttgart-Feuerbach fahren. Das zumindest fordert der Hemminger Gemeinderat. Bei der vergangenen Sitzung am Dienstagabend verabschiedeten die Räte einen Beschluss, der die Verlängerung der Strecke bis zum Stuttgarter Stadtteil dringend geboten sieht.

In einer Stellungnahme gab die Verwaltung ihre Gründe dafür an. Die sogenannte Maßnahme 33 im Regionalverkehrsplan trage „sowohl zur Entlastung der Schienenverkehre im Regionskern als auch zur Engpassbeseitigung im regionalbedeutsamen Straßennetz“ bei, heißt es in der Vorlage. Dieses Potenzial sei bereits in der Vergangenheit vom Landkreis Ludwigsburg, der die Strohgäubahn verantwortet, und den an der Strecke liegenden Kommunen erkannt worden. Doch weil die Strohgäubahn über Niederflurfahrzeuge verfügt, und somit nicht an den hohen Zuffenhausener Bahnsteigen halten kann, müsste ein neuer Halt gebaut werden. Im Jahr 2008 war den Beteiligten eine Förderung des Bahnsteigumbaus noch zu teuer gewesen. Schon damals sei man sich aber einig gewesen, dass eine Verlängerung nach Feuerbach wieder in Frage kommen könnte, wenn sich die Rahmenbedingungen ändern würden.

Großer Schritt in Richtung Stuttgart

Für den Bürgermeister Thomas Schäfer ist die Streckenverlängerung nach Feuerbach von großer Bedeutung. „Die aktuellen Fahrgastzahlen der Strohgäubahn übersteigen bereits die Prognosen für die Strecke zwischen Korntal und Heimerdingen – dabei ist die Strecke noch nicht einmal fertiggestellt“, sagt Schäfer. Täglich würden rund 3600 Fahrgäste mit der Strohgäubahn fahren. Die Nachfrage sei groß – vor allem, wenn man an den Pendlerverkehr und die Feinstaubbelastung denke.

Zudem wäre die Anbindung an Feuerbach für die Hemminger ein großer Schritt in Richtung Stuttgart. „Die Hemminger sind traditionell eher nach Stuttgart und weniger nach Ludwigsburg orientiert“, sagt Schäfer und verweist auf den Einwohnerzuwachs in den 1970er Jahren, als viele Stuttgarter nach Hemmingen gezogen seien. Mit einer Realisierung der Streckenverlängerung rechnet der Bürgermeister jedoch allenfalls mittelfristig. „Das hängt zum Großteil von der Fertigstellung von S 21 ab“, so Schäfer. Momentan datiert die Deutsche Bahn das Bauende des Mammutprojekt auf das Jahr 2021.

Verband Region Stuttgart hat das Projekt auf dem Schirm

Auch der Verband Region Stuttgart hat die Strohgäubahn auf dem Schirm: „Mit ihrer Verknüpfung zur S-Bahn in Zuffenhausen und Feuerbach hat die Strohgäubahn eine regionale Bedeutung“, so die Pressesprecherin Dorothee Lang. Im Entwurf des Regionalverkehrsplans sei die Verlängerung enthalten. Der Verband empfiehlt, die Trasse nach Feuerbach vor einer anderweitigen Nutzung zu schützen.

Thomas Schäfer weist daraufhin, dass die Mitglieder des Zweckverbands Strohgäubahn nicht müde werden dürften, sich für eine hohe Priorisierung der Maßnahme 33 zu positionieren. „Innerhalb des Zweckverbands sind wir alle der Meinung, dass eine Verlängerung nötig ist.“