Strom und Gas in Stuttgart Die vier verbliebenen Bewerber

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EnBW Regional AG: Bisher hat die Energie Baden-Württemberg AG die Strom- und Gasnetze in Stuttgart betrieben – und will dies auch weiter tun. Die EnBW hat sich deshalb als Alleinkonzessionär beworben, steht aber auch für eine Kooperation mit den Stadtwerken Stuttgart zur Verfügung. Der viertgrößte Energiekonzern Deutschlands ist in Baden-Württemberg unangefochtener Platzhirsch, wiewohl diesem die Energiewende erhebliche strukturelle und finanzielle Probleme bereitet. In Stuttgart selbst arbeiten etwa 3300 Mitarbeiter für die Energie Baden-Württemberg. Der Konzern ist bereits mit rund 60 Städten und Gemeinden eine Kooperation bei den Netzen eingegangen; rund 800 Konzessionen betreibt die EnBW alleine.

Stadtwerke Stuttgart GmbH: Noch sind die Stadtwerke Stuttgart ein Mini-Unternehmen auf dem Energiemarkt – gerade 6000 Strom- und Gaskunden sind im ersten Jahr zu den Stadtwerken gewechselt. Im Vertrieb kooperiert das Unternehmen übrigens mit den Elektrizitätswerken Schönau, die nun gemeinsam mit den Stadtwerken Schwäbisch Hall ebenfalls eine Bewerbung für die Netze vorgelegt haben. Bei der Erzeugung machen die Stadtwerke dagegen große Schritte: An 24 Windrädern hat man sich beteiligt oder will man bald bauen. Die Konzessionen wären neben dem Vertrieb und der Erzeugung der dritte Baustein in der Unternehmenspolitik. Beworben haben sich die Stadtwerke als Alleinkonzessionär und als Kooperationspartner.

Energieversorgung Schönau-Schwäbisch Hall GmbH: Beide Unternehmen können eine erfolgreiche Geschichte vorweisen – die EWS haben als die Stromrebellen aus dem Schwarzwald Geschichte geschrieben und versorgen 135 000 Kunden bundesweit; von den Stadtwerken Schwäbisch Hall beziehen 50 000 Kunden ihre Energie. Die gemeinsame Versorgungs-GmbH besteht seit 2012. Beide haben sich hohe ökologische Ziele auf die Fahnen geschrieben. In Stuttgart treten sie lediglich als Kooperationspartner für die Stadtwerke Stuttgart an – eine Alleinübernahme der Konzession wird nicht angestrebt. Daneben haben die zwei Unternehmen vor, im Falle des Zuschlags auch die Bürger an den Netzen zu beteiligen.

Bietergemeinschaft Veolia, BS Energy und LHI Leasing: Veolia ist global gesehen ein riesiger Player – in 77 Ländern arbeiten 320 000 Menschen für das Unternehmen. In Süddeutschland ist Veolia dagegen beinahe unbekannt, weil hier noch kaum Aktivitäten zu verzeichnen sind. BS Energy heißen die Stadtwerke in Braunschweig; dort arbeiten 1200 Mitarbeiter für die Stadtwerke, die 240 000 Kunden mit Strom, Gas, Wasser und Fernwärme versorgen. Die LHI Leasing GmbH wäre in der Bietergemeinschaft für die Finanzierung des Projekts zuständig; die LBBW ist mit 51 Prozent Mehrheitsgesellschafter der LHI. Die Unternehmen streben in Stuttgart lediglich eine Minderheitsbeteiligung an; die Stadtwerke Stuttgart wären dann Hauptgesellschafter.

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