Die Stadt im Kreis Ludwigsburg fördert die Anschaffung von Solarmodulen für die Steckdose mit 200 Euro. Das Programm hat das Zeug zum Selbstläufer.

Die Stromkosten steigen, worunter die Verbraucher ächzen. Zugleich soll die Klimawende vorangetrieben werden. Aus dieser Gemengelage heraus unterstützen es immer mehr Kommunen, wenn Bürger selbst die Initiative ergreifen und sich Solarmodule an den Balkon schrauben. So nun auch die Stadt Steinheim. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung entschieden, die Anschaffung von Minikraftwerken mit 200 Euro zu bezuschussen. Die Mittel können von Mai an beantragt werden.

 

Anreiz erhöhen

Die Initiative dazu war von der CDU ausgegangen, die in Sachen Umweltschutz Handlungsbedarf sah, wie der Fraktionsvorsitzende Uwe Löder erklärte. Die Förderung solle den Anreiz erhöhen, sich solche Kleinanlagen mit einer Leistung von maximal 600  Watt zu installieren, heißt es in der Begründung zu dem Antrag der Konservativen.

Höhere Summe als eigentlich vorgeschlagen

Allerdings hatten die Christdemokraten angeregt, lediglich 100 Euro pro Kraftwerk beizusteuern, dafür aber insgesamt 10 000 Euro bereitzustellen. Tatsächlich kann jeder Haushalt nun 200 Euro abschöpfen, im Topf liegen jedoch nur 5000 Euro. Durch die höhere Fördersumme solle das Programm an Attraktivität gewinnen, erklärte der Erste Beigeordnete Stephan Retter. Und 5000 Euro sei der Betrag gewesen, den man im Haushalt habe freischaufeln können, ohne an anderer Stelle den Rotstift ansetzen zu müssen. „Es steht uns aber frei, wenn wir überrannt werden, das Budget aufzustocken“, betonte Retter. Man werde in dem Fall gewiss eine Lösung finden, ergänzte Bürgermeister Thomas Winterhalter, der seiner Hoffnung Ausdruck verlieh, dass genau das passiert und ein Run auf die Module einsetzt.

Boom bei den Mini-Anlagen

Wenn man in andere Kommune blickt, kann man konstatieren: diese Hoffnung ist durchaus begründet. In Kornwestheim zum Beispiel werden die Mini-Kraftwerke über das städtische Förderprogramm „Wir stärken Klima“ bezuschusst. „Im vergangenen Jahr 2022 ließ sich ein regelrechter Boom bei den Stecker-Solargeräten beobachten, was sich auch in den Förderanträgen niedergeschlagen hat“, berichtet Pressesprecherin Sandra Hennig. Die meisten Gesuche, die aktuell im Rahmen des Programms eingingen, bezögen sich auf den Wunsch nach einer finanziellen Dreingabe für die Module. Wie Steinheim überweist Kornwestheim bei einem positiven Bescheid pauschal 200 Euro. Sogar bis zu 300 Euro kann für Photovoltaikanlagen solchen Typs abrufen, wer in Ludwigsburg wohnt. Ein Angebot, das rege angenommen wird. 120 Anträge auf Kleinkraftwerke mit einer Leistung von maximal 600 Watt sind im vergangenen Jahr bewilligt worden.