Stromausfall Ausnahmezustand auf der Einkaufsmeile

Am Freitag ist in der Unterländer Straße drei Stunden lang der Strom ausgefallen, am Samstag gab es eine  knapp einstündige Störung. Foto: Bernd Zeyer
Am Freitag ist in der Unterländer Straße drei Stunden lang der Strom ausgefallen, am Samstag gab es eine knapp einstündige Störung. Foto: Bernd Zeyer

Am Freitag und Samstag ist in Teilen von Zuffenhausen der Strom ausgefallen. Betroffen waren mehrere hundert Haushalte sowie zahlreiche Ladengeschäfte.

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Zuffenhausen - Kurz nach 15 Uhr sind am Freitagnachmittag an der Unterländer Straße die Lichter ausgegangen. Ein Stromausfall legte nicht nur viele Privathaushalte lahm, sondern sorgte auch in Geschäften für Verunsicherung. Bis zu drei Stunden mussten manche Verbraucher warten, bis sie wieder Energie hatten. Doch damit nicht genug: Auch am Samstag blieb der Strom in einem Teil Zuffenhausens für knapp eine Stunde weg.

„Wir mussten den Laden am Freitag um 15.30 Uhr schließen“, sagt Christine Knorst, Mitinhaberin der Metzgerei Eisenmann an der Unterländer Straße. Zwar seien wegen der Notstromversorgung keine Fleisch- oder Wurstwaren verdorben, Kunden hätte man aber nicht bedienen können. Und: Eigentlich hätte die Metzgerei eine Feier mit warmem Essen beliefern sollen. Da es aber keine Möglichkeit gegeben habe, die Speisen zu erwärmen, musste der Kunde mit kaltem Essen Vorlieb nehmen – und bekam dafür einen Sonderpreis. „Ich bin verärgert, weil uns Umsatz verloren gegangen ist“, sagt Knorst. Sie kritisiert die Informationspolitik von Stuttgart Netze. Am Samstag sei es spätnachmittags nochmals zu einem Stromausfall gekommen. Bei der Hotline des Netzbetreibers sei sie nicht durchgekommen, und das Informationssystem im Internet habe vermeldet, dass alles in Ordnung wäre.

Geschäftsleute beklagen schlechte Informationspolitik

Auch das Geschenkstudio Wiemann hatte am Freitag schließen müssen. Laut Inhaberin Rida Wiemann sei es im hinteren Teil des Ladens zu dunkel und somit gefährlich für Kunden und Mitarbeiter gewesen, auch hätte die Kasse nicht funktioniert. Auch Wiemann hat beim Netzbetreiber angerufen. Dort habe sie aber keine befriedigende Auskunft bekommen. Davon, nicht richtig informiert zu werden, ging Thomas Bauer, der Geschäftsführer vom Kaufhaus Nuspl, von vornherein aus. Deshalb griff er gar nicht erst zum Hörer. Nachdem kurz nach 15 Uhr im Geschäft die Notbeleuchtung angegangen sei, habe kurz Panik beziehungsweise Unsicherheit geherrscht. Dann habe man aber gesehen, dass es in der Nachbarschaft ähnlich aussah. Das Kaufhaus Nuspl musste am Freitagmittag für zweieinhalb Stunden geschlossen werden. Das ist für Bauer „ärgerlich“, weil er Umsatzeinbußen habe – welche aber nur schlecht nachzuweisen seien.

Grundsätzlich, das erläutert Hans-Jörg Groscurth, Pressesprecher von Stuttgart Netze, gebe es keine rechtliche Grundlage für Schadenersatzforderungen. Sollte allerdings jemand auf den Netzbetreiber zukommen, werde man sich den Einzelfall anschauen. Am Freitag seien 500 bis 600 Zuffenhäuser Haushalte im Bereich zwischen Spielberger Straße, Hohensteinstraße, B 27 und Ludwigsburger Straße betroffen gewesen. Schuld war ein Kabelfehler zwischen Ludwigsburger Straße und Schrozberger Straße. Durch Umschaltungen habe man die Stromversorgung sukzessive wieder herstellen können. Nach 90 Minuten hätten die ersten Kunden wieder versorgt werden können, um 18.13 Uhr schließlich sei die Störung behoben gewesen. Betroffen war eine 10 000-Volt-Mittelspannungsleitung. Diese Leitungen stellen laut Groscurth das Rückgrat der Stromversorgung dar. Für eine Mittelspannungsleitung sei die Störung „ungewöhnlich und relativ lange“ gewesen. Das habe auch an technisch komplizierten Folgefehlern gelegen. Mit der Reparatur sei zeitnah begonnen worden. Die samstägliche Störung hat laut Groscurth mit der von Freitag nichts zu tun. Samstags kam es zwischen 16.45 und 17.40 Uhr in Teilen Zuffenhausens ebenfalls zu einem Ausfall. Schuld war vermutlich ein Kurzschluss im Kabel im Bereich Grenzstraße/Wernerstraße.

Betroffen von der Störung am Freitag war auch die Volksbank Zuffenhausen. Dort ging man strikt nach Vorschrift vor. Für solche Fälle, das berichtet die Vorstandsvorsitzende Adelheid Raff, gebe es Notfallhandbücher. Jeder Mitarbeiter wisse genau, was er tun müsse. Alle Mitarbeiter blieben in der Bank, rein kam niemand. Der gesamte SB-Bereich funktionierte wegen des Stromausfalls ohnehin nicht. Kunden konnten das Gebäude über den manuellen Ausgang an der Kirchtalstraße verlassen. Die Tresore blieben verriegelt.

Laut Polizei gab es während des Stromausfalls keine besonderen Vorkommnisse in Zuffenhausen. Etwas anders war die Lage im Bereich der B 10/27 und Heilbronner Straße. Die Ampelanlage an der Friedrichswahl fiel für längere Zeit aus, andere Ampeln funktionierten eher wieder, konnten aber von der Verkehrsleitzentrale nicht gesteuert werden, da ein spezieller Rechner wegen der Störung ausgefallen war. Zur Folge hatte das laut Polizei entsprechende Verkehrsbehinderungen.




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