Stromspeicher-Firma Senec Kampf um das verlorene Vertrauen
Der Stromspeicher-Hersteller Senec will seine Probleme mithilfe des Mutterkonzerns EnBW lösen. Ob das gelingt, ist angesichts des Kundenfrusts offen, meint unser Kommentator.
Der Stromspeicher-Hersteller Senec will seine Probleme mithilfe des Mutterkonzerns EnBW lösen. Ob das gelingt, ist angesichts des Kundenfrusts offen, meint unser Kommentator.
Für die EnBW und ihre Tochterfirma Senec geht es jetzt ums Ganze. Nur so lässt sich das Angebot deuten, mit dem das Unternehmen die Probleme mit seinen Stromspeichern in den Griff bekommen will: Bei Zehntausenden von Geräten, die nach Explosionen und Bränden derzeit aus Sicherheitsgründen gedrosselt sind, sollen die Batteriemodule komplett ausgetauscht werden. Mit neuester Technik sollen sie wieder uneingeschränkt und sicher laufen, den fraglos erheblichen Aufwand für Material und Arbeit trägt der Hersteller. Wegen des großen Vorlaufs kann die Umrüstung erst im nächsten Sommer beginnen. Zugleich wird der oft als unzureichend empfundene finanzielle Ausgleich für die Drosselung neu geregelt.
Es ist kein weiteres Herumdoktern an den Problemen, sondern eine Maximallösung, die EnBW und Senec nun offerieren. Anders lässt sich das Vertrauen der Kunden, das in den vergangenen zwei Jahren verloren gegangen ist, auch kaum zurückgewinnen. Ob und inwieweit das überhaupt gelingen kann, erscheint derzeit offen. Zu sehr wurde der Glauben an die technologische Kompetenz der Leipziger erschüttert, zu oft sahen sich Käufer hingehalten oder von nicht eingelösten Versprechen enttäuscht.
Viele Kunden entschieden sich auch deshalb für Senec, weil dahinter die große und seriöse EnBW steht. Für diese Garantenstellung muss der Karlsruher Konzern nun bezahlen: Mehrere 100 Millionen Euro hat er für die Lösung der Probleme bereits veranschlagt, und es könnte noch mehr werden. Das ist schmerzlich, aber verkraftbar für das derzeit klotzig verdienende Unternehmen. Doch so sehr die EnBW ein Interesse daran hat, am wachsenden Speichermarkt präsent zu bleiben – zum Fass ohne Boden wird sie Senec am Ende nicht werden lassen.