Stromtrasse SuedLink In Wendlingen stoßen die neuen Trassenpläne auf Skepsis

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Die Stromtrasse SuedLink soll im Raum Wendlingen enden. Der Bürgermeister von Wendlingen, Steffen Weigel, ist vom neuen Netzentwicklungsplan „nicht begeistert“. Hinter dem Vorhaben stehen noch viele Fragezeichen.

In einigen Gebieten gibt es noch viel Klärungsbedarf über Pläne der Netzbetreiber. Foto: dpa
In einigen Gebieten gibt es noch viel Klärungsbedarf über Pläne der Netzbetreiber. Foto: dpa

Wendlingen - Steffen Weigel, der Bürgermeister der Stadt Wendlingen, be­findet sich noch in der Eruierungsphase. Denn erst vor Kurzem sei er über die neuen Pläne der Netzbetreiber informiert worden, wonach diese beabsichtigen, den Abzweig der künftigen Höchstspannungstrasse im „Raum Wendlingen“ (Landkreis Esslingen) statt in Goldshöfe im Ostalbkreis enden zu lassen.

Viele Fragezeichen stünden hinter diesem Vorhaben, sagt der Rathauschef der rund 15 500 Einwohner zählenden Kommune. Ungeklärt sei zurzeit, „was mit dem Raum Wendlingen genau gemeint ist“. Außerdem will Weigel wissen, worauf sich seine Stadt einstellen muss, sollte sie zum Trassenendpunkt erkoren werden.

In Bünzwangen und Goldshöfe hatten die Gegner Erfolg

„Soll hier ein Konverter oder eine Umspannstation entstehen, sind möglicherweise gesundheitliche Beeinträchtigungen für die Menschen zu befürchten? Wie sieht es mit dem Platzbedarf in einem so dicht besiedelten Gebiet wie dem unseren aus?“ – für Weigel Fragen, die von den Verantwortlichen dringend beantwortet werden müssen. Erst dann könne man überhaupt in eine Diskussion einsteigen. Obwohl für ihn noch viel Erklärungsbedarf besteht, ist er schon jetzt von dem Vorhaben „nicht begeistert“.

Das war zuvor in den Kreisen Ostalb, Rems-Murr und Göppingen nicht anders. Dort hatten die Gegner der geplanten Trasse durch den Schurwald zwischen Bünzwangen (Ortsteil von Ebersbach, Kreis Göppingen) und Goldshöfe – darunter zehn Bürgerinitiativen, die drei Landkreise sowie etliche betroffene Kommunen – ein Gutachten bei der Technischen Universität Graz in Auftrag gegeben, um den Bau der Leitung abzuwenden. Tatsächlich kamen die Experten zum Schluss, die Trasse sei unnötig.

Umdenken bei der Betreiberfirma

Bei einer Informationsveranstaltung im Aalener Landratsamt, bei der das Gutachten im September vorgestellt wurde, überraschte der SPD-Bundestagsabgeordnete Christian Lange aus Schwäbisch Gmünd mit Nachrichten aus Berlin. Der Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel habe ihm mitgeteilt, dass der Bedarf für die Leitung überprüft werde. Daraufhin setzte offenbar bei der Betreiberfirma Transnet BW ein Umdenken ein., obwohl sie zuvor die Ergebnisse des Gutachtens angezweifelt hatte.