Strukturelle Reform in Korntal-Münchingen Scheidender Beigeordneter übt Kritik

Nach einer Amtszeit ist Schluss: Der Technische Beigeordnete Korntal-Münchingens, Ralf Uwe Johann, tritt nach Ablauf seiner Amtsperiode im September 2017 nicht noch einmal als Beigeordneter an. Das teilte Johann am Mittwoch mit. Zwar sei diese Entscheidung unabhängig vom Ausgang der Debatte um die Änderung der Organisation der Verwaltung gefallen, heißt es in der Mitteilung. Nichtsdestotrotz macht Johann auf Nachfrage deutlich, dass er die nunmehr beschlossene neue Struktur kritisch sieht. Künftig fällt dem Bürgermeister der technische Bereich zu, der bisher dem Technischen Beigeordneten zugeordnet war. „In den vorangegangenen Diskussionen habe ich mich intensiv für die Erhaltung der bestehenden Struktur eingesetzt“, so Johann. Diese habe sich in den vergangenen Jahrzehnten für die Stadt „bestens bewährt“.

Für die städtebauliche Entwicklung, die Erhaltung der Baukultur und den Herausforderungen im Umwelt- und Klimaschutz hält Johann es für wichtig, dass auch ein Techniker eine Leitungsfunktion in der Verwaltung innehat. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Kenntnisse in der höheren Verwaltungsebene künftig nicht mehr vorhanden sein könnten.“

„Kein Anlass zum Bedauern“

Der Bürgermeister Joachim Wolf sieht Johanns Verzicht gelassen. Dies sei „kein Anlass zum Bedauern“, weil die Stelle des Technischen Beigeordneten nicht mehr besetzt werde. Dass der Beschluss von Johann mit dem Ratsbeschluss zusammengefallen sei, sei eine „positive Fügung“. Johann habe seit einiger Zeit angedeutet, dass er ans Aufhören denke, weshalb der Entschluss nicht überraschend käme.

Bei seiner Wahl im Jahr 2009 hatte der 57-Jährige offen gelassen, ob er noch ein zweites Mal kandidiert. Durch den vorzeitigen Verzicht auf eine weitere Amtsperiode habe er dem Gemeinderat ermöglichen wollen, „meine Argumente für die Erhaltung der bestehenden Struktur unabhängig von meiner persönlichen beruflichen Situation zu bewerten“. Der gebürtige Bad Uracher war zuvor in den Verwaltungen in Aalen und Stuttgart tätig, davor hatte er als Architekt gearbeitet. Künftig, kündigte Johann an, wolle er als selbstständiger Architekt und Stadtplaner arbeiten.




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