Studie aus den USA So lässt sich die biologische Uhr zurückdrehen

Eine Studie aus den USA beschäftigt sich damit, wie sich beispielsweise gesunde Ernährung auf das biologische Alter auswirkt. Foto: imago images/Westend61/Manu Reyes via www.imago-images.de
Eine Studie aus den USA beschäftigt sich damit, wie sich beispielsweise gesunde Ernährung auf das biologische Alter auswirkt. Foto: imago images/Westend61/Manu Reyes via www.imago-images.de

Sie tickt in allen Menschen: Die biologische Uhr. Forscher des Institute of Functional Medicine in Washington haben nun untersucht, ob sich das biologische Alter des Körpers beeinflussen lässt – und stießen dabei auf eine interessante Erkenntnis.

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Washington - In nur acht Wochen die biologische Uhr zurückdrehen – das scheint zunächst schwer zu glauben. Forscher des Institute for Functional Medicine in Washington haben aber nun in einer Studie herausgefunden, dass sich durch bestimmte Verhaltensweisen das biologische Alter beeinflussen lässt: Durch Umstellung der Ernährung und der Gewohnheiten trat bei den Probanden eine Verjüngung auf.

Grundsätzlich hat der Mensch zwei Alter. Das chronologische Alter gibt an, wie lange ein Mensch schon lebt gerechnet ab dem Tag seiner Geburt. Und dann gibt es noch das biologische Alter, also das Alter des menschlichen Körpers. Dieses muss nicht immer dem chronologischen Alter entsprechen: Gewebe und Organe verändern sich unterschiedlich schnell – das hängt unter anderem von der Lebensweise, genetischen Veranlagungen oder Stress ab. Messbar werden solche Veränderungen im Körper beispielsweise durch Anlagerungen bestimmter Moleküle an der DNA. Anhand dessen können Forscher die sogenannte epigenetische Uhr ablesen. In der Wissenschaft wird diese Uhr für das biologische Alter auch als „DNAmAge“ bezeichnet.

Durch diese Veränderungen treten Verjüngungen auf

Mit der Studie untersuchte die Forschergruppe aus Washington nun, wie sich die epigenetische Uhr beeinflussen lässt. Insgesamt nahmen 43 Männer im Alter von 50 bis 72 Jahren teil. Die Hälfte der Probanden sollte ihren gewohnten Lebensstil fortführen. Die andere Gruppe befolgte acht Wochen lang verschiedene Vorgaben: Die Teilnehmer sollten täglich 30 Minuten Sport treiben und mindestens sieben Stunden schlafen. Auch zwanzigminütige Atemübungen standen für die Probanden zwei Mal täglich auf dem Programm. Außerdem mussten die Beteiligten ihre Ernährung anpassen: Weniger Kohlenhydrate, mehr Gemüse. Zusätzlich nahmen die Probanden Nahrungsergänzungsmittel zu sich. Zwischen 19 Uhr und 7 Uhr durften sie außerdem nichts essen.

Nach acht Wochen analysierten die Forscher DNA-Proben aus dem Speichel der Männer, um Rückschlüsse auf die epigenetische Uhr ziehen zu können. Dabei kamen sie zu einem eindeutigen Ergebnis: Die Probanden, die ihren Lebensstil fortgeführt hatten, waren in der Zeit um 1,27 Jahre biologisch gealtert. Dagegen drehte sich die epigenetische Uhr bei den Probanden, die ihre Ernährung und Gewohnheiten verändert hatten, um fast zwei Jahre zurück. Die Männer dieser Gruppe waren also aus biologischer Sicht nach der Studie drei Jahre jünger als die übrigen Teilnehmer.

Für sichere Erkenntnisse braucht es weitere Forschung

Die Erkenntnisse der Untersuchung sind jedoch nur Hinweise. Denn es handelte sich zunächst nur um eine Pilotstudie mit begrenzter Aussagekraft, wie die Forscher in dem Papier erläutern. Der Grund dafür sei vor allem die relativ kleine Stichprobe mit nur 43 Probanden, diese waren zudem ausschließlich männlich. Die beobachteten Erkenntnisse zur epigenetischen Uhr müssten daher in weiteren Studien mit mehr Teilnehmern überprüft werden. Nur so kann man sicher sagen, ob eine solche Verjüngung bei allen Menschen möglich ist.

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