Studie zu Heizen in Stuttgart Neckarwärme weckt Interesse
Eine neue Studie erklärt den Neckar zu einer wichtigen Wärmequelle für Stuttgart. Mancher Stadtrat möchte genauer wissen, ob das eine Option sein könnte.
Eine neue Studie erklärt den Neckar zu einer wichtigen Wärmequelle für Stuttgart. Mancher Stadtrat möchte genauer wissen, ob das eine Option sein könnte.
Forscher der Technischen Hochschule Braunschweig schreiben Gewässern wie dem Neckar ein immenses Wärmepotenzial zu, in einer Größenordnung, die man bisher nicht auf dem Schirm gehabt habe, wie der Studienautor Christian Seidel unserer Redaktion sagte. Sie haben ausgerechnet, dass die Gewässer in Deutschland 94 Prozent der Wärme im Bereich der Niedrigtemperatur decken könnten. Dafür haben sie das Aquathermie-Potenzial für 80 Städte untersucht – unter anderem auch Stuttgart.
Die Studie ist noch nicht veröffentlicht. Darauf verwies auch Jürgen Görres, der Leiter der städtischen Energieabteilung, im Ausschuss für Klima- und Umwelt. Einzelne Stadträte hatten die Untersuchungen angesprochen. Was die Wärmeplanung angehe, „müssen weitere Potenziale in die Fortschreibung aufgenommen werden, wie zum Beispiel Flusswärme“, sagte Andrea Münch (Grüne).
Die Zahlen, auf die die Forscher gekommen sind, beeindrucken den SPD-Stadtrat Michael Jantzer. „Die Priorität wird ersichtlich“, sagte er. „Wir sollten die Braunschweiger einladen.“ Dafür müsse die Studie erst öffentlich sein, sagte Görres. „Wir brauchen erst die Grundlage.“
Eine Vorschau gab der Studienautor Christian Seidel bereits. Die skizzierten Potenziale wären möglich bei einer Temperaturabsenkung in den Gewässern von maximal zwei Grad Celsius und zu etwa einem Fünftel des Preises im Vergleich zu Geothermie, zeigen die Zahlen. „Selbst kleinste Fließgewässer haben großes Potenzial“, sagte er. In Stuttgart könnte der Neckar 56 Prozent der Raumwärme decken.
Im Rahmen der Wärmeplanung habe man freilich auch den Neckar als Wärmequelle untersucht, heißt es von der Stadt. Die Nutzung sei in der kommunalen Wärmeplanung vorgesehen. Allerdings nicht in der Größenordnung, die die Braunschweiger Studie ausrechnet.