Studie zum Bahnhof Stuttgart-Vaihingen Neuer Bahnsteig in Vaihingen kann S-Bahn entlasten

Von Wolfgang Schulz-Braunschmidt 

Mit einem zusätzlichen Bahnsteig wird der Vaihinger Bahnhof, laut einer Studie, zu einer leistungsfähigen Drehscheibe zwischen Fern- und Nahverkehr. Doch bevor es soweit ist, müssen die Stadt Stuttgart und das Land noch einige Fragen klären.

Laut einer Studie macht ein Bahnsteig für Fern- und Regionalzüge den Vaihinger Bahnhof zu einer attraktiven Verkehrsdrehscheibe und entlastet die S-Bahn. Foto: achim zweygarth
Laut einer Studie macht ein Bahnsteig für Fern- und Regionalzüge den Vaihinger Bahnhof zu einer attraktiven Verkehrsdrehscheibe und entlastet die S-Bahn. Foto: achim zweygarth

Stuttgart - Die Chancen für einen zusätzlichen Bahnsteig für Regional- und Fernzüge am Vaihinger Bahnhof stehen gut: Die von Stadt und Land in Auftrag gegebene „Potenzialuntersuchung Regional- und Fernbahnhalt Stuttgart-Vaihingen“ kommt zu dem Schluss, „dass die geplanten Halte des Regional- und Fernverkehrs in Stuttgart-Vaihingen für viele potenzielle Nutzer attraktiv sind“. Durch einen neuen Bahnsteig ergäben sich mehr Umsteigemöglichkeiten von der Gäubahn zur S-Bahn und zum städtischen Nahverkehr. „Viele Reisezeiten werden attraktiver, da Umwegfahrten oder Umsteigevorgänge entfallen“, heißt es in der Untersuchung.

Zu einem positiven Schluss kommen die Verfasser auch beim Fahrgastaufkommen: In beiden untersuchten Szenarien werde der Vaihinger Bahnhof dank der zusätzlichen Haltemöglichkeit intensiver genutzt. Im Szenario I, das nur den Halt von Regionalzügen vorsieht, prognostiziert die Studie 2040 zusätzliche Umsteiger am Tag. Im Szenario II, bei dem auch noch schnelle Fernverkehrszüge in Vaihingen halten, ergibt sich ein Zuwachs von 3060 Personen.

Mehr Anschlüsse, weniger Umwege

Damit werde Vaihingen zum attraktiven Umsteigepunkt, lautet das Fazit der Studie. Von dort seien nicht nur viele andere Stadtbezirke, sondern sei auch das Industrie- und Gewerbegebiet Wallgraben und das Regierungspräsidium rasch zu erreichen.

Angesichts dieser Vorteile falle eine Fahrzeitverlängerung von bis zu zwei Minuten im Fern- und Regionalverkehr kaum ins Gewicht. Für die Attraktivität eines Reiseangebots sei die Verbindungsqualität entscheidend. Von einem Halt in Vaihingen mit zahlreichen Umstiegsmöglichkeiten profitierten vor allem Fahrgäste aus dem Raum südlich von Herrenberg, wo keine ­S-Bahn verkehre. Diese Pendler könnten dank des zusätzlichen Bahnsteigs mit Regionalzügen direkt bis Vaihingen fahren und dort auf Stadt- oder S-Bahnen umsteigen. „Ohne den Halt der Gäubahn in Vaihingen muss zusätzlich in Böblingen auf die S-Bahn umgestiegen oder ein Umweg über den Hauptbahnhof in Kauf genommen werden“, heißt es in der Studie.

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