Stuttgart - Was unternehmen die Stadt Stuttgart, das Land und vor allem Oberbürgermeister Frank Nopper gegen den Niedergang der Innenstadt? Er veranstaltet hinter verschlossenen Rathaustüren zwei City-Gipfel und verlautbart hübsche Absichtserklärungen nebst ein paar Tagen mit kostenlosem Nahverkehr. Das alleine wird aber nicht reichen, um den jähen Absturz der Stuttgarter Innenstadt zu stoppen.
Dass selbst Steinheim an der Murr in der Rangliste der Zentralitätskennziffern besser dasteht als die Landeshauptstadt, mag den einen oder anderen belustigen. Für die Händler in der Stadt sind diese Zahlen Ausdruck einer bitteren Realität. Die Stadt ist für Besucher aus dem Umland nicht mehr attraktiv genug. Sie gehen lieber in ein Center im Umland, das gut erreichbar ist. Denn die Liste der Hürden, die das Negativimage der Stadt prägen, ist lang: die Nachwirkung des Feinstaub-Alarms, Baustellen, Stau, Parkprobleme, Demonstrationen oder ein mangelndes Sicherheitsgefühl. All das schreckt ab. Diesen Trend zu stoppen ist schwer genug. Ihn umzukehren ist jedoch eine Herkulesaufgabe. Marjoke Breuning, die IHK-Präsidentin, weiß: „Einfache Lösungen gibt es nicht.“ Mit einfach meint sie auch billig. Denn wer der Metropole, ihrer Kultur, der Gastronomie und dem Handel nachhaltig helfen will, muss tief in die Tasche greifen.