Studie zum Smarthome Die Deutschen scheuen das vernetzte Zuhause

Von Daniel Gräfe 

Derzeit ist das Smarthome vor allem ein Marketing-Versprechen und die Hoffnung auf mehr Umsatz. Doch in der Praxis sind die Wohnungen in Deutschland noch kaum vernetzt. Laut einer Studie verwenden die Bürger meist nur einzelne Anwendungen.

Theoretisch lassen sich Wohnungen komplett vernetzen und zentral steuern. Doch nur wenige Bürger in Deutschland machen davon Gebrauch. Foto: dpa
Theoretisch lassen sich Wohnungen komplett vernetzen und zentral steuern. Doch nur wenige Bürger in Deutschland machen davon Gebrauch. Foto: dpa

Hamburg - Handwerks- und IT-Branche erwarten sich viel vom Markt mit dem vernetzten Zuhause, auch Smarthome genannt. Doch in der Praxis ist die Vernetzung der deutschen Haushalte noch nicht weit fortgeschritten, wie eine Studie des Hamburger Marktforschungsinstituts Splendid Research zeigt. Demnach verbindet nur jeder achte Nutzer von Smart­home-Anwendungen – wie vernetzte Überwachungskameras, Lautsprecher oder Raumthermostate – diese auch untereinander.

Die Studienautoren sprechen hier von „echten Nutzern“, die Anwendungen „zu einem mehr oder weniger komplexen System verknüpfen“. Dies ist zum Beispiel bereits der Fall, wenn Lichtsensoren mit einem Alarmsystem gekoppelt werden. Die Nutzer seien häufig jung, männlich, technologiebegeistert und hätten ein überdurchschnittliches Einkommen. Eine komplette Vernetzung zwischen den eigenen vier Wänden finde in der Praxis dagegen kaum statt, heißt es auf Anfrage unserer Zeitung. Diese ließe sich „statistisch kaum erfassen“, sagt Studienleiter Thilo Kampffmeyer. Er gehe hier von Nutzungswerten von unter einem Prozent aus. Für die Studie wurden 1500 Deutsche zwischen 18 und 69 Jahren befragt. Immerhin: Rund jeder zweite Deutsche nutzt bereits zumindest eine Anwendung. Beliebt sind vor allem die Bereiche Unterhaltung und Kommunikation wie vernetzte Lautsprecher oder zentrale Medienspeicher, Energiemanagement wie Raumthermostate und Lichtsensoren sowie der Bereich Wohn- und Gebäudesicherheit, zu dem Überwachungskameras und vernetzte Rauchmelder zählen.

Einzelne Anwendungen sind bereits weit verbreitet

Insbesondere das Sicherheitsversprechen könnte noch mehr Nutzer von Smarthome-Anwendungen überzeugen, so Kampffmeyer. „Die steigende Nachfrage an Gebäude- und Wohnsicherheit wird auch mittelfristig anhalten.“ Allerdings lehnt laut Studie jeder vierte Befragte Smarthome-Anwendungen kategorisch ab.

Bei den Befragten waren vor allem die Hersteller Logitech, Bosch Smart Home und Magenta Smart Home geläufig. Diese Anbieter würden von ihrer allgemeinen Bekanntheit fernab von Smarthome-Anwendungen profitieren, heißt es. Spezialisten für das vernetzte Hause wie Ring oder Homee sind demnach kaum bekannt.

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