Studie zur Diskriminierung Fremdeln mit den Muslimen

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Deutschland ist kein Musterland der Integration. Vor allem Schwarzafrikaner fühlen sich diskriminiert. Rassismus ist nicht zu rechtfertigen. Für Skepsis finden sich allerdings handfeste Gründe.

Der Islam ist ein Teil Deutschlands – Vorbehalte gegen Muslime sind es ebenso. Foto: imago stock&people
Der Islam ist ein Teil Deutschlands – Vorbehalte gegen Muslime sind es ebenso. Foto: imago stock&people

Stuttgart - Der Islam gehört für viele eben doch noch nicht richtig zu Deutschland. Es war ohnehin kaum mehr als ein frommer Wunsch, was der frühere Bundespräsident Christian Wulff 2010 zu Protokoll gegeben hat. Tatsächlich fremdelt die hiesige Mehrheitsgesellschaft mehr mit den Muslimen als diese mit ihrer neuen Heimat. Diesen Schluss legt eine Studie der Europäischen Grundrechte-Agentur nahe. Allerdings fühlen sich die meisten Muslime hier besser aufgehoben als ihre Glaubensgenossen in europäischen Nachbarländern. Über Diskriminierung beklagen sich vor allem Muslime, denen man ihre fremde Herkunft auch ansieht: Menschen aus Schwarzafrika. Dies zeigt, dass in der Willkommensrepublik Deutschland auch Rassismus zu Hause ist. Darüber wird am Wahlabend wieder zu reden sein.

Für Ressentiments gibt es keine Rechtfertigung. Wohl aber finden sich Gründe für Skepsis, die sich aus Integrationsdefiziten nährt, an denen die Muslime nicht unschuldig sind. Solange Nachrichten von Anschlägen zu unserem Alltag gehören, bei denen die Täter den Namen Allahs im Munde führen, werden Vorbehalte gegen diese Glaubensrichtung nicht völlig auszuräumen sein. Was der Islam zum gewalttätigen Islamismus beiträgt, ist noch nicht zu Ende diskutiert. Akzeptanz verlangt Respekt und Toleranz von beiden Seiten.